Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens 1970

  • Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR Archiv (um 1970)

    Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR Archiv (um 1970)

  • Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Georg Meistermann: Ehrenchronik demokratischen Verhaltens, 1970 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

Der Bau des Abgeordnetenhochhauses 1966 bis 1969 markierte das Ende der baulichen Provisorien des Bundestages in Bonn. Das alte Abgeordnetenhochhaus aus dem Jahr 1953 bot schon bei Eröffnung zu wenig Bürofläche für die stetig wachsende Zahl von Abgeordneten, aber ein 1956 verfügter Ausbaustopp wurde erst Anfang der 1960er-Jahre gelockert. Das daraufhin durch den international berühmten Architekten Egon Eiermann errichtete neue Abgeordnetenhochhaus bot mit 30 Etagen und 114 Metern Höhe ausreichend Platz für zahlreiche Abgeordnetenbüros und Sitzungssäle. Nicht nur durch seine Höhe überblickt der „Lange Eugen“ – benannt nach dem damaligen Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier – markant Stadt und Fluss, auch die Ausgestaltung durch Eiermann spiegelt in jedem Detail das moderne neue Selbstbewusstsein der jungen Bundesrepublik wider. Dieser repräsentative Charakter sollte auch in der Kunst am Bau zur Geltung kommen, sodass durch den Architekten und die Bundesbaudirektion insgesamt zwölf Künstler direkt ausgewählt wurden, darunter so renommierte wie Emil Schumacher, Fritz Koenig, HAP Grieshaber und Günther Uecker. Sie repräsentierten durch unterschiedliche künstlerische Techniken und Stile die Bandbreite ästhetischer Ausdrucksmöglichkeiten der Zeit in Deutschland. Auch die Standorte für die Kunst waren sorgfältig gewählt, um dieser höchste Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und ihren repräsentativen Charakter zu betonen. Acht Künstler wurden eingeladen, die Wandfelder über den Doppelflügeltüren in den Sitzungssälen zu gestalten. So war eine einheitliche Einbindung in das strenge architektonische Raster möglich, während die ausgewählten Künstler ganz unterschiedliche ästhetische Lösungen hervorbrachten.
Der bekannte deutsche Künstler Georg Meistermann (1911-1990) entwarf die umfassendste Arbeit für den „Langen Eugen“, bestehend aus zwei Supraporten und zusätzlich 69 einzelnen Glastafeln im großen Sitzungssaal des Abgeordnetenhochhauses. Der Künstler war seit den 1950er-Jahren für seine zahlreichen Glaswerke und Fenstergestaltungen vor allem in Kirchenneubauten deutschlandweit bekannt. In Bonn realisierte er an drei Wandseiten umlaufende Glastafeln, die die Namen von berühmten Künstlern, Politikern und Wissenschaftlern tragen, die sich auf unterschiedliche Art für die Demokratie und ihre humanitären Werte eingesetzt haben. Die Supraporten zeigen eine Spirale als Symbol der Entfaltung dieser Werte und sich kreuzende Linien, für den Künstler Zeichen des entschiedenen Handelns. Der Zyklus sollte die hier tagenden Abgeordneten während ihrer langen Sitzungen zum engagierten Einsatz für die junge Demokratie mahnen. Meistermanns Gestaltung des Raums ist eine beeindruckende Verbindung des künstlerisch hochwertigen Umgangs mit dem Glasmaterial mit dem inhaltlichen Bezug auf die Nutzung des Raumes. SvM

Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin (Autoren), BMVBS (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950. BMVBS-Online-Publikation 25/2012.

Weiterführende Literatur:
Wolfgang Leuschner: Bauten des Bundes 1965-1980, hrsg. v. Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, Karlsruhe 1980, S. 208 ff.
Wolfgang Leuschner: ‚Kunst am Bau‘ oder mehr als das? In: Die Bauverwaltung, Nr. 9/1973, S. 450-457.


Glasarbeit
Supraporten: Acrylglas, Blei; Glastafeln: farbiges, mundgeblasenes Glas, bleigefasst
2 Supraporten je 250 x 230 cm; 69 Glastafeln je ca. 80 x 60 cm
Direktvergabe

UN-Hochhaus (Langer Eugen)
Supraporten und Wand Sitzungssaal 1916
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler: Georg Meistermann

Georg Meistermann (1911 Solingen - 1990 Köln), deutscher Maler, Zeichner und Glaskünstler. Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie. Erste künstlerische Glasgestaltungen ab den 1930er-Jahren, nach 1945 vor allem Kirchenfenster, u. a. St. Gereon in Köln 1979-1986. Professur an der Frankfurter Städelschule, der Düsseldorfer Kunstakademie und ab 1960 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Zahlreiche Preise, darunter das Bundesverdienstkreuz, Kunst-am-Bau-Aufträge und Einzelausstellungen.

UN-Hochhaus (Langer Eugen)

Architektur: Egon Eiermann
Bauzeit: 1966-1969

UN-Campus
Platz der Vereinten Nationen 1
53113 Bonn
Nordrhein-Westfalen

Das nach dem damaligen Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier benannte Abgeordnetenhochhaus wurde 1969-2000 vom Deutschen Bundestag genutzt und nach denkmalgereichter Sanierung durch HPP Hentrich-Petschnigg & Partner 2006 an die Vereinten Nationen übergeben.

Weitere Kunstwerke: UN-Campus, Bonn