TRAK Wendisch: Seiltänzer 2001

  • TRAK Wendisch: Seiltänzer, 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Sandra Wildemann (2008)

    TRAK Wendisch: Seiltänzer, 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Sandra Wildemann (2008)

  • TRAK Wendisch: Seiltänzer, 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Sandra Wildemann (2008)

    TRAK Wendisch: Seiltänzer, 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Sandra Wildemann (2008)

  • TRAK Wendisch: Seiltänzer, 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Stefan Müller (2001)

    TRAK Wendisch: Seiltänzer, 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Stefan Müller (2001)

  • TRAK Wendisch: Seiltänzer, 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Stefan Müller (2001)

    TRAK Wendisch: Seiltänzer, 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Stefan Müller (2001)

  • TRAK Wendisch: Seiltänzer, 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

    TRAK Wendisch: Seiltänzer, 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

  • TRAK Wendisch: Seiltänzer, 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

    TRAK Wendisch: Seiltänzer, 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

In der Folge des Hauptstadtbeschlusses 1991 verlagerte das Auswärtige Amt seinen ersten Dienstsitz nach Berlin. Dafür wurde das aus den 1930er-Jahren stammende Reichsbankgebäude am Werderschen Markt vom Architekturbüro Hans Kollhoff unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten so saniert, dass historische Schichten erhalten blieben und gleichzeitig eine ästhetische Sprache für die heutige Nutzung gefunden wurde. Aus dem Wettbewerb zur Gestaltung der Dachterrassen des Altbaus ging als ein Preisträger der Berliner Künstler TRAK Wendisch, geboren 1958, mit seiner Arbeit „Seiltänzer“ hervor. Knapp unterhalb der Dachkante ist quer über den Hof ein Seil gespannt, an dem zwei Figuren aus Aluminiumguss balancieren. Typisch für Wendischs figurale, plastische Arbeiten sind die äußerst filigranen Figuren, die eine grafische Wirkung im Gegenlicht oder als Schattenwurf auf der Hausfassade zeigen. Wendisch arbeitet zeichnerisch, malerisch und skulptural und versteht es trotz der Autonomie der Gattungen, die verschiedenen Medien durch seine sehr eigene Handschrift miteinander zu verknüpfen. Gemeinsam ist allen Skulpturen die ungeheure Spannung in der Figur selbst, aber auch in ihrem Verhältnis zum Raum. Die „Seiltänzer“ bilden einen spielerischen, aber auch spannungsreichen Kontrast zu der Rasterfassade des Altbaus. Es hat etwas Beunruhigendes, wie der eine Tänzer auf dem Seil stehend balanciert und der andere kopfüber nach unten hängt, und doch sind beide voller Harmonie und Schönheit. Zu der Themenwelt des Künstlers gehören Macht und Ohnmacht, Überlebenskampf und Abhängigkeit, Ausbeutung und Isolation des Menschen, ohne jemals illustrativ zu werden. Der bildhafte Ausdruck der Überwindung einer gefährlichen, schwierigen Aufgabe erschien der Jury passend für einen Ort, der für Deutschlands wachsende internationale Verantwortung in einer globalisierten Welt steht. Außenpolitik ist oft ein schwieriger Balanceakt zwischen unterschiedlichen Interessenlagen.

Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin (Autoren), BMVBS (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950. BMVBS-Online-Publikation 25/2012.
Claudia Büttner (Autorin), BMVBS (Hrsg.): Geschichte der Kunst am Bau in Deutschland, BMVBS-Online-Publikation, Berlin 2011.

Weiterführende Literatur:
Kunst am Bau. Die Projekte des Bundes in Berlin, hrsg. v. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen (BMVBW), Berlin 2002, S. 96 f.


Freiplastik / Skulptur
Aluminiumguss, Seil
2 Figuren je ca. 250 cm Höhe, 21 m hoch über dem Hof, Seil ca. 43 m Länge
123.835 €
Kolloquium mit 12 Teilnehmern

Altbau (ehem. Reichsbank)
Hof 3
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler: TRAK Wendisch

TRAK Wendisch, geboren 1958 in Berlin, deutscher Maler, Bildhauer und Grafiker. Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, 1985 Meisterschüler an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, seit 1982 freischaffend in Berlin. 1985-1995 Kunst- und Atelierprojekt „Burg Goldbeck“ bei Wittstock. Internationale Ausstellungstätigkeit. Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum, u. a. „Viertelmondträgerin“ (Berlin-Pankow, 2000), „Pollen“ und „Feld“ (Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen Quedlinburg, 2006), „Seiltänzer“ (Auswärtiges Amt Berlin, 2000/2001).

Altbau (ehem. Reichsbank)

Architektur: Heinrich Wolff
Bauzeit: 1935-39

Auswärtiges Amt
Werderscher Markt 1
10117 Berlin

Der als Erweiterung der Reichsbank 1935-39 von Heinrich Wolff errichtete Bau wurde nach 1945 vom Berliner Stadtkontor genutzt und war ab 1949 Sitz des DDR-Finanzministeriums und ab 1959 auch des Zentralkomitees der SED. 1996-99 wurde er für das Auswärtige Amt durch Kollhoff Architekten denkmalgerecht hergerichtet und umgebaut.

Weitere Kunstwerke: Auswärtiges Amt, Berlin

Weitere Kunstwerke: Wendisch, TRAK