Gerhard Merz : o. T. (Farb-Licht-Konzept) 2000

  • Gerhard Merz: o. T. (Farb-Licht-Konzept), 2000 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Gerhard Merz: o. T. (Farb-Licht-Konzept), 2000 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

  • Gerhard Merz: o. T. (Farb-Licht-Konzept), 2000 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Gerhard Merz: o. T. (Farb-Licht-Konzept), 2000 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

  • Gerhard Merz: o. T. (Farb-Licht-Konzept), 2000 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Gerhard Merz: o. T. (Farb-Licht-Konzept), 2000 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

  • Gerhard Merz: o. T. (Farb-Licht-Konzept), 2000 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Gerhard Merz: o. T. (Farb-Licht-Konzept), 2000 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

  • Gerhard Merz: o. T. (Farb-Licht-Konzept), 2000 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Gerhard Merz: o. T. (Farb-Licht-Konzept), 2000 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

  • Gerhard Merz: o. T. (Farb-Licht-Konzept), 2000 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch

    Gerhard Merz: o. T. (Farb-Licht-Konzept), 2000 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch

  • Gerhard Merz: o. T. (Farb-Licht-Konzept), 2000 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Gerhard Merz: o. T. (Farb-Licht-Konzept), 2000 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

Im Rahmen des Regierungsumzugs verlegte 1999 auch das Auswärtige Amt seinen Dienstsitz nach Berlin. Dafür wurde das ehemalige Reichsbankgebäude aus den 1930er-Jahren am Werderschen Markt vom Architekturbüro Hans Kollhoff unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten so saniert, dass die historischen Schichten erhalten blieben. Das äußere Erscheinungsbild des aus nationalsozialistischer Zeit stammenden Gebäudes sowie die Umbauten der DDR in den 1950er- und 1970er-Jahren wurden weitgehend erhalten und integriert. Auf Vorschlag von Kollhoff und in Abstimmung mit dem Kunstbeirat der Bundesregierung für die Baumaßnahmen der Bundesregierung in Berlin wurde für den Altbau der Künstler Gerhard Merz (*1947) beauftragt, ein Farb-Licht-Konzept für die besucherfrequentierten Bereiche zu erarbeiten. Besonderheit des Direktauftrags war eine intensive Zusammenarbeit zwischen Künstler und Architekt bereits während der Bauphase, um eine bestmögliche Durchdringung von Kunst und Architektur zu erreichen. Eine wesentliche Voraussetzung, um den düsteren Eindruck des Gebäudes aufzuheben, war die Wiederöffnung von Oberlichten und zahlreichen zugemauerten Fenstern. Die neue Raumwirkung wird entscheidend durch das Farbkonzept bestimmt, das als integraler Bestandteil der Gesamtgestaltung verstanden werden muss und nicht bloß als hinzugefügte Dekoration. Kennzeichnend für das Werk von Gerhard Merz ist sein Denken im Raum. Mitte der 1980er-Jahre entwickelte er seine „Archipittura“ - der Begriff ist eine Synthese aus den italienischen Wörtern für Architektur und Malerei und beschreibt seine Wandgestaltungen, deren Wirkung die Atmosphäre des gesamten Raumes beeinflusst. Im Auswärtigen Amt reicht sein künstlerisches Vorgehen von zweiteilig monochromen Farbgestaltungen in einem Flur über eine monochrome Farbfläche in Ultramarinblau, die von weißen Neonröhren eingerahmt ist, bis hin zur Darstellung einer Weltkarte, die auf das Kunst-am-Bau-Werk im Sitzungssaal des Bonner Auswärtigen Amtes, „Riesige Weltkarte“ (1954) von Fritz Melis, Bezug nimmt und es in eine zeitgenössische Darstellungsform übersetzt. SvM

Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin (Autoren), BMVBS (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950. BMVBS-Online-Publikation 25/2012.

Weiterführende Literatur:
A.-Kat. Gerhard Merz, Archipittura, Hamburger Kunsthalle, Hamburg 1992.
Beate Epperlein, Monochrome Malerei: Zur Unterschiedlichkeit des vermeintlich Ähnlichen, Nürnberg 1997.
BMVBW (Hg.), Kunst am Bau. Die Projekte des Bundes in Berlin, Tübingen/Berlin 2002, S. 92–95.
Geschichte der Kunst am Bau in Deutschland, Bearbeitung: Claudia Büttner, hrsg. von BMVBS, Berlin 2011.


mehrteilige Außen-Innen-Arbeit
Monochrome Malerei mit Pigmenten (Ultramarin, Mennige, Schwarz, Ocker, Kobalt-Grün, Gelb, Betongrau) sowie Fresco-Technik
1.687.263 €
Direktvergabe

Altbau (ehem. Reichsbank)
Altbau, verschiedene Orte
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler : Gerhard Merz

Gerhard Merz, geboren 1947 in Mammendorf bei Fürstenfeldbruck, studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seit den 1970er-Jahren entstanden beeindruckende Rauminstallationen und Wandbilder sowie zahlreiche Werke im öffentlichen Raum und Kunst am Bau, beispielsweise in der Residenz der Deutschen Botschaft in Washington, D.C., 1994 oder die temporäre Lichtskulptur am Potsdamer Platz in Berlin 1996. Merz nahm an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland teil, darunter mehrfach an der documenta in Kassel sowie 1997 an der Biennale di Venezia. 1991 erhielt er einen Ruf als Professor an die Kunstakademie Düsseldorf, 2004 an die Akademie der Bildenden Künste in München. Seine Kunst ist stark von architekturbezogenem Denken bestimmt. Im Rahmen der Sanierung des Altbaus des Auswärtigen Amtes in Berlin wurde er 1998 beauftragt, in einem gemeinsamen Projekt mit dem Architekten Hans Kollhoff die Räume zu gestalten. Gerhard Merz entwickelte hierfür ein Farb-Licht-Konzept. Farbe ist dabei innerhalb des Gestaltungskonzeptes wichtigstes Mittel, um bei weitgehendem Erhalt der vorhandenen Baustruktur und des bestehenden Materialcharakters der neuen Nutzung Ausdruck zu verleihen.

Altbau (ehem. Reichsbank)

Architektur: Heinrich Wolff
Bauzeit: 1935-1939

Auswärtiges Amt
Werderscher Markt 1
10117 Berlin

Der als Erweiterung der Reichsbank 1935-39 von Heinrich Wolff errichtete Bau wurde nach 1945 vom Berliner Stadtkontor genutzt und war ab 1949 Sitz des DDR-Finanzministeriums und ab 1959 auch des Zentralkomitees der SED. 1996-99 wurde er für das Auswärtige Amt durch Kollhoff Architekten denkmalgerecht hergerichtet und umgebaut.

Weitere Kunstwerke: Auswärtiges Amt, Berlin