Thorsten Goldberg: Cumulus Berlin 2010

  • Thorsten Goldberg: Cumulus Berlin, 2010 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

    Thorsten Goldberg: Cumulus Berlin, 2010 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

  • Thorsten Goldberg: Cumulus Berlin, 2010 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Ursula Boehmer (2010)

    Thorsten Goldberg: Cumulus Berlin, 2010 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Ursula Boehmer (2010)

  • Thorsten Goldberg: Cumulus Berlin, 2010 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Ursula Boehmer (2010)

    Thorsten Goldberg: Cumulus Berlin, 2010 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Ursula Boehmer (2010)

Im Zuge der Bau- und Umbaumaßnahmen am Berliner Dienstsitz des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) wurde als „Erlebnis- und Bewegungsraum“ ein Gartenhof angelegt. In diesen Hof hat der Berliner Künstler Thorsten Goldberg eine strahlend weiße Wolke aus glasfaserverstärktem Kunststoff installiert. Diese etwa 3,5 x 2,5 x 2,5 Meter große Wolke mit dem Titel „Cumulus Berlin“ sitzt in etwa elf Metern Höhe am Ende eines Querauslegers und ist gleich zweifach beweglich. Zum einen dreht sie sich um die eigene Achse. Zum andern schwenkt sie mit dem Querarm bis zu 200 Grad aus – vorausgesetzt Licht, Wind und Wetter ändern sich, oder aber jemand hat Lust, die Kunst von Hand neu zu positionieren und das Spiel mit Licht und Schatten zu forcieren.
Thorsten Goldbergs schönlinig stilisierte und kulissenhaft arrangierte Wolke gehört zu den charmanten, spielerisch gefallenden Kunst-am-Bau-Installationen. Sie erinnert ein wenig an Alltagsobjekte der Pop-Art. Dabei geht Goldberg eigene Wege. Er verkleinert ein Naturphänomen und macht es zu einem Objekt ästhetischer Anschauung mit positiv assoziierten Qualitäten und Vorstellungen. Das Gerüst, auf dem die Wolke sitzt, unterstützt den gewinnenden Eindruck, indem seine hochglänzenden Außenflächen die Umgebung spiegeln und in die Bewegung einbeziehen.
Goldbergs Artefakt bildet zu den umgebenden Bauten einen attraktiven Kontrast und gibt dem nach allen Seiten hin abgegrenzten Luftraum zwischen den Gebäuden einen optischen Halt. Nicht nur in ihrer Anmutung, sondern auch als „Schönwetterwolke“ sorgt der „Cumulus“ für eine positive Atmosphäre. Gleichzeitig assoziiert man das Wolkenobjekt, zumal es über Gartenstücken angebracht ist, mit Regen und sieht – nicht frei von Komik – einen kleinen Naturkreislauf hergestellt. Die Wolke passt von daher bestens zu einem Ministerium, zu dessen Ressortaufgaben Ernährung und Landwirtschaft gehören – was nicht heißen soll, dass die Wolke als Thema nicht auch zum Umweltministerium passen würde. MS

Weiterführende Literatur:
Martin Seidel (Autor), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Hrsg.): Kunst am Bau im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Berlin o. J. (2016).
Kunst am Bau. Projekte des Bundes 2006-2013, hrsg. v. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Berlin 2014.


Freiplastik / Skulptur
glasfaserverstärkter Kunststoff, verchromter Stahl
Wolke: 350 x 250 x 200 cm; Masthöhe: 11 m, Kragarm: 6 m
90.000 €
nicht-offener Wettbewerb / Einladungswettbewerb mit 15 Teilnehmern

Neubau Französische Straße
Gartenhof
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler: Thorsten Goldberg

Thorsten Goldberg, geboren 1960 in Dinslaken, studierte von 1984 bis 1991 Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Anschließend diverse Ausstellungsbeteiligungen, Veröffentlichungen, Lehraufträge und Professuren. Goldberg ist Mitglied diverser Gremien für Kunst im öffentlichen Raum und realisierte selbst zahlreiche Kunst-am-Bau-Projekte und Arbeiten im öffentlichen Raum, u. a. „Cumulus Berlin“ (2010) für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin, „Neon Cumulus 08.07“ (2009) als Licht-Skulptur für „Hellweg ein Lichtweg“, Lippstadt, und „Stein Papier Schere“ (1997), zufallsgeschaltete Neonzeichen als permanente Markierung des ehemaligen Grenzübergangs Oberbaumbrücke in Berlin.

Neubau Französische Straße

Architektur: Anderhalten Architekten
Bauzeit: 2006-2010

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Wilhelmstraße 54
10117 Berlin

2003 Wettbewerb zwischen 20 im Rahmen eines dem Verhandlungsverfahren vorgeschalteten Bewerberverfahrens ausgewählten Architekten. 2006-2010 Sanierung der ehem. Deutschen Hochschule für Musik "Hanns Eisler" und der ehem. General-Lotterie-Direktion sowie Errichtung eines Neubaus an der Französischen Straße für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft durch Anderhalten Architekten.