Werner Huthmacher: o. T. (Zuchtferkel) 2011

  • Werner Huthmacher: o. T. (Zuchtferkel), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

    Werner Huthmacher: o. T. (Zuchtferkel), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

  • Werner Huthmacher: o. T. (Zuchtferkel), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

    Werner Huthmacher: o. T. (Zuchtferkel), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

  • Werner Huthmacher: o. T. (Zuchtferkel), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

    Werner Huthmacher: o. T. (Zuchtferkel), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

  • Werner Huthmacher: o. T. (Zuchtferkel), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Werner Huthmacher: o. T. (Zuchtferkel), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

Die 2010 nach einem Wettbewerb für die Flure der Obergeschosse ausgesuchten Kunst-am-Bau-Fotoarbeiten beziehen sich auf die Aufgaben des Ministeriums. Für die einzelnen Geschosse, die sich voneinander wesentlich nur im jeweils sichtbaren Abstand zum Glasdach beziehungsweise zum Erdgeschoss unterscheiden, haben die einzelnen Naturmotive sicherlich auch eine identitätsstiftende Funktion. Das zweite Geschoss könnte man in diesem Sinne als „das mit dem Ferkel-Foto“ bezeichnen. Denn das dortige deckenhohe Tableau des Berliner Architekturfotografen und Fotokünstlers Werner Huthmacher zeigt drei Orientierung suchende Jungschweine. Die Architektur, die die Tiere im Bild umgibt, ist unverkennbar dieselbe, die das Bild umgibt, nämlich das Atrium mit seinem Lehmputz, dem roten Linoleumboden und der markanten weißen Brüstung.
Das Motiv der Schweine gibt doppelt zu denken. Denn in einem Ministerium, das der Ernährung verpflichtet ist, werfen sie unausweichlich Fragen der gesunden Ernährung auf. Und in einem Ministerium, das gleichzeitig der Landwirtschaft verpflichtet ist, rufen sie ebenso unwillkürlich Fragen der Tierhaltung hervor. Hinzu kommt der Niedlichkeits- und der Belustigungsaspekt: Woher kommen die Tiere? Wohin gehen sie? Sind sie aus der Mastanlage ausgebüxt? Gewährt ihnen das Ministerium den artgerechte Auslauf? Die Entscheidung für Ferkel fällte Huthmacher übrigens aus ästhetischen Erwägungen, da er deren Rosafarbigkeit als zum Farbkonzept der Architektur passend empfand.
Das Besondere dieser Kunst ist auch, dass die Tiere und die Architektur nicht digital montiert sind. Huthmacher hat sie vielmehr tatsächlich an gleicher Stelle im Flur des Ministeriums fotografiert. Das in drei 90 Zentimeter breiten Bahnen auf Aluminium-Dibond kaschierte Foto hat er dann – gegen die Achse als Spiegelbild und optische Erweiterung der abgeknickten Seitenwand – in die reale Architektur integriert und so aus dem frei zu lozierenden Medium der Fotografie eine ortsspezifische Installation gemacht. Dem Vexierspiel von Huthmachers Kunst am Bau liegt ein Konzept zugrunde, das sowohl die architektonische Situation als auch die vom Ministerium wahrgenommenen Aufgaben reflektiert – und zwar intelligent, hintersinnig und vergnüglich. MS

Weiterführende Literatur:
Martin Seidel (Autor), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Hrsg.): Kunst am Bau im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Berlin o. J. (2016).
Kunst am Bau. Projekte des Bundes 2006-2013, hrsg. v. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Berlin 2014.


Fotoarbeit
Farbfotografie auf Aluminiumverbundplatte
280 x 270 cm
15.000 €
nicht-offener Wettbewerb / Einladungswettbewerb mit 14 Teilnehmern

Neubau Französische Straße
Atrium 2. OG
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler: Werner Huthmacher

Werner Huthmacher, geboren 1965 in Landau/Pfalz, studierte von 1987 bis 1993 Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Mediengestaltung in Mainz, sein Diplom erhielt er bei Prof. H. P. Willberg im Bereich Buchgestaltung. Im selben Jahr wurde ihm der Förderpreis für Junge Künstler der Stadt Mannheim zuerkannt. Ebenfalls seit 1993 ist er als freischaffender Fotograf tätig.

Neubau Französische Straße

Architektur: Anderhalten Architekten
Bauzeit: 2006-2010

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Wilhelmstraße 54
10117 Berlin

2003 Wettbewerb zwischen 20 im Rahmen eines dem Verhandlungsverfahren vorgeschalteten Bewerberverfahrens ausgewählten Architekten. 2006-2010 Sanierung der ehem. Deutschen Hochschule für Musik "Hanns Eisler" und der ehem. General-Lotterie-Direktion sowie Errichtung eines Neubaus an der Französischen Straße für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft durch Anderhalten Architekten.