Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger 1979

  • Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2015)

    Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2015)

  • Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2015)

    Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2015)

  • Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2015)

    Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2015)

  • Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2015)

    Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2015)

  • Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Archiv BBR

    Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Archiv BBR

  • Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Archiv BBR

    Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Archiv BBR

  • Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Archiv BBR

    Ansgar Nierhoff: Sechs Assoziationsträger, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Archiv BBR

Die Bonner Liegenschaft Rochusstraße 1 umfasst das rautenförmige Areal der 1936 eingerichteten Troilo-Kaserne, deren um einen Exerzierplatz angeordnete Bauten 1949 als Dienstsitz für die Bundesministerien für Arbeit und Sozialordnung (BMAS) sowie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BMELF) hergerichtet und in mehreren Etappen um- und ausgebaut wurden, um zwischenzeitlich auch Dienststellen des Verteidigungsministeriums aufzunehmen. 1998 zog das Verteidigungsministerium auf die Bonner Hardthöhe um; dafür kam 2007 kam das Gesundheitsministerium hinzu, für das 2005-2007 südöstlich der Kasernenbauten ein Neubau errichtet wurde.
Im Nordosten des Kasernenensembles war bereits 1968 nach Plänen von Architekt Sep Ruf ein 13-geschossiges Bürohochhaus für das Verteidigungsministerium (Haus 14) entstanden, das 1974-76 durch die Bundesbaudirektion um einen Baukomplex aus vier kubischen, vier- bis fünfgeschossigen Baukörpern (Häuser 10-13) erweitert wurde. Städtebaulich bilden die beiden Bauteile eine Einheit, was auch durch die verbindende Platzgestaltung von Otto Herbert Hajek unterstrichen wird. Errichtet wurden die Häuser 10-13 zwar für das Verteidigungsministerium, genutzt wurden sie allerdings von Anfang an durch das Landwirtschaftsministerium, das mit dem Abzug des Verteidigungsministeriums 1998 auch das Hochhaus übernahm. Nach Abschluss der Bauarbeiten für die Häuser 10-13 fand unter dem Vorsitz von Otto Herbert Hajek 1978 ein Wettbewerb unter sechs Teilnehmern für die künstlerische Gestaltung der Außenräume nördlich des Neubaukomplexes statt. In dessen Folge wurden Ansgar Nierhoff und Bernhard Heiliger mit der Realisierung von Kunstwerken betraut, die inzwischen beide auf der weitläufigen Grünfläche zwischen dem Hochhaus, den Häusern 10-13 und dem Gesundheitsministerium platziert sind. Während Heiligers Skulptur den Kreuzungspunkt der beiden Haupterschließungsachsen markiert, sind Ansgar Nierhoffs Sechs Assoziationsträger an der Langseite der Grünfläche aufgestellt, so dass sie mit ihren eher informell anmutenden Formen einen reizvollen Kontrast zu den Fassadenstrukturen von Hochhaus und Erweiterungsbau bilden. Im Aufbau erinnern die zwei Meter hohen Holzkonstruktionen mit ihren Edelstahlaufsätzen an Rucksäcke oder Beutel, die vor dreibeinige Holzböcke gehängt sind, wie sie in ländlichen Gegenden zum Trocknen von Heu benutzt werden. Alternativ können die Konstruktionen auch Assoziationen an Schießanlagen wecken, deren metallene Zielscheiben wie vergessene Requisiten verbraucht und verbeult an ihren Gestellen im Grünen hängen. Die zerbeulten Hohlkörper weisen auf die Auswirkung von Gewalt hin; im übertragenen Sinne können sie auch als menschliche Verletzungen interpretiert werden. Damit schlägt die Arbeit den Bogen von den Aufgabenbereichen eines Landwirtschaftsministeriums über die eines Verteidigungsministeriums bis hin zur einstigen Nutzung des Geländes als Kaserne. Im Gesamtwerk des zumeist minimalistisch arbeitenden Künstlers ist diese Arbeit eher ungewöhnlich, weil sie mit ihren bildlichen Verweis auf Heureiter und / oder Schießscheiben von der üblicherweise ungegenständlich abstrakten Formsprache Nierhoffs abweicht. Die Verformungen der Edelstahlaufsätze auf den Holzgestellen der Sechs Assoziationsträger sind verwandt mit dem großformatigen Raumknoten aus gequetschten Stahlhohlkörpern, den Nierhoff bereits 1976 für die Universität der Bundeswehr in Hamburg entwickelt hatte. Wie die Hamburger Skulptur belegen Nierhoffs Sechs Assoziationsträger eine offene und selbstkritische Auseinandersetzung des Auftraggebers mit Gesellschaftskritik und Kunst. Als einer der führenden Bildhauer der abstrakten Moderne war Nierhoff mehrfach für den Bund tätig, wie seine ausdrucksstarken minimalistischen Arbeiten u.a. in Berlin, Bonn, Hamburg, Braunschweig und Mannheim belegen. CL/UC

Weiterführende Literatur Online:
Claudia Büttner / Christina Lanzl (Autoren), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes von 1950 bis 1979. BBSR-Online-Publikation 12/2014, Bonn, Dezember 2014.
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (Hg.), 2010: 60 x Kunst am Bau aus 60 Jahren. Berlin, S. 92-93.

Weiterführende Literatur:
Horst Rave: Bau Kunst Verwaltung. Dokumentation Ergänzungsfonds des Bundes 1977 bis 1984, hrsg. vom Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, Karlsruhe, o.J.
Galerie Hennemann (Hg.), 1981: Ansgar Nierhoff. Bonn.Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, (Hg.); Leuschner, Wolfgang (Bearb.), 1980: Bauten des Bundes 1965–1980. Karlsruhe.


Freiplastik / Skulptur
Edelstahlblech, Holz
bis zu 200 x 80 x 80 cm; Gesamtlänge ca. 20 m
28.121 €
nicht-offener Wettbewerb / Einladungswettbewerb mit 6 Teilnehmern

Häuser 10-13
Grünanlage vor Haus 14
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler: Ansgar Nierhoff

Der Künstler Ansgar Nierhoff (1941 Meschede - 2010 Köln) studierte nach einer Maurerlehre von 1964 bis 1969 an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschüler von Norbert Kricke. 1977 nahm er an der documenta 6 in Kassel teil. 1983 arbeitete Nierhoff zeitweise als Assistent von George Rickey in dessen New Yorker Atelier. 2000 wurde er mit dem August-Macke-Preis ausgezeichnet. Von 1988 bis 2008 hatte Nierhoff eine Professur an der Akademie für Bildende Künste der Johannes Gutenberg-Universität Mainz inne. Er ist mit bundesweit zahlreichen Gestaltungen eine der prägenden Größen für die Kunst am Bau und Arbeiten im öffentlichen Raum und in den Sammlungen zahlreicher deutscher Kunstmuseen vertreten.

Häuser 10-13

Architektur: Bundesbaudirektion
Bauzeit: 1974-1976

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Rochusstraße 1
53123 Bonn
Nordrhein-Westfalen

Als städtebauliche Ergänzung zu dem im östlichen Teil der Liegenschaft von Sep Ruf 1968 geplanten Bürohochhaus (Haus 14) errichtete die Bundesbaudirektion 1974-76 einen niedrigeren vierteiligen Baukomplex für das Landwirtschaftsministerium, das mit dem Hochhaus eine gemeinsame Platzanlage ausbildet.

Weitere Kunstwerke: Nierhoff, Ansgar