Alf Lechner: o. T. (Sprengring) 1988

  • Alf Lechner: o. T. (Sprengring), 1988 / © Alf Lechner; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Alf Lechner: o. T. (Sprengring), 1988 / © Alf Lechner; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Alf Lechner: o. T. (Sprengring), 1988 / © Alf Lechner; Fotonachweis: BBR / Werner Hutmacher

    Alf Lechner: o. T. (Sprengring), 1988 / © Alf Lechner; Fotonachweis: BBR / Werner Hutmacher

  • Alf Lechner: o. T. (Sprengring), 1988 / © Alf Lechner; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Alf Lechner: o. T. (Sprengring), 1988 / © Alf Lechner; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Alf Lechner: o. T. (Sprengring), 1988 / © Alf Lechner; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Alf Lechner: o. T. (Sprengring), 1988 / © Alf Lechner; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Alf Lechner: o. T. (Sprengring), 1988 / © Alf Lechner; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Alf Lechner: o. T. (Sprengring), 1988 / © Alf Lechner; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

1978 wurde ein Ideenwettbewerb für die städtebauliche Ordnung der Neubauten für das Post- und das Verkehrsministerium in Bonn ausgelobt. Die daraufhin entwickelte Anlage hatte als Kern einen zentralen Platz, der die Eingangssituation für beide Ministerien bilden sollte: den Robert-Schuman-Platz. Der Neubau für das Postministerium wurde 1987 fertiggestellt, der für das Verkehrsministerium zwei Jahre später.
Alf Lechners „Sprengring“, ein aufgesprengter Stahlring mit 5 Metern Durchmesser, der an der Bruchstelle leicht aufgebogen ist und somit eine Spiralbewegung andeutet, ist Teil einer komplexen Platzgestaltung, die Ergebnis eines beschränkten Kunstwettbewerbs mit acht Teilnehmern ist. Die Künstler Leo Kornbrust und Alf Lechner konnten sich gegen renommierte Künstler wie Erwin Heerich, Heinz Mack und Günther Uecker mit einem Entwurf durchsetzen, der die große, zu einer Seite offene Freifläche durch eine Vielzahl von Eingriffen als „Bodenbild“ (Lechner/Kornbrust) und damit wahrnehmbar als Platz gestaltet. Die Fläche ist zu drei Seiten durch die beiden Ministerien definiert, an der vierten Seite trifft die Kurt-Georg-Kiesinger-Allee im 45-Grad-Winkel auf sie. Kornbrust und Lechner strukturierten den Platz durch ein diagonal zu den Ministerien verlaufendes Raster aus je 18 mal 18 Platten aus Basaltlava. Diese Felder sind durch eine dunklere Kleinsteinpflasterung voneinander abgesetzt. Zur Straße hin wird der Platz durch einen bogenförmig verlaufenden Streifen aus rötlichem Stein akzentuiert, der seitlich jeweils zwei Rampen aufweist, die die Höhendifferenz von zwei Metern zwischen Straßenniveau und Eingängen der Ministerien ausgleichen. Eine Zufahrtsrampe zur Tiefgarage schneidet in das Bogensegment ein und verbindet so optisch die beiden Platzteile. Weitere Gestaltungselemente sind zwei Zugänge zur Tiefgarage, vier Bäume, Sitzbänke und eine im unregelmäßigen Zickzack verlaufende Reihe aus Steinpollern, die den übrigen Platz vom Zufahrtsbereich zu den Ministerien trennen, der durch die Rampen vorgegeben ist. Außerdem wird der Platzraum wirkungsvoll durch zwei künstlerische Objekte akzentuiert: eine Granitkugel von Leo Kornbrust und den Stahlring von Alf Lechner.
Alf Lechner wurde mit seinen Stahlplastiken in den 1960er-Jahren bekannt, nachdem er zunächst als Maler und Industriedesigner gearbeitet hatte. Er bearbeitet das Metall auf unterschiedliche Weise, durch Schweißen, Biegen etc. „Ich will durch planmäßige Zerlegung, Verbiegung und Neuordnung der Teile einer einfachen Form systematisch geordnetes Denken […] sinnlich wahrnehmbar machen.“ Das gelingt ihm mit dem Stahlring auf anschauliche Weise: Dem Betrachter wird nicht nur die Materialität und ihre Bearbeitung vor Augen geführt, sondern auch die Grundform und ihre mögliche räumliche Weiterführung löst vielfältige Assoziationen aus – vor allem im Zusammenspiel mit der Granitkugel von Leo Kornbrust auf der anderen Seite des Platzes. SvM

Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin (Autoren), BMVBS (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950. BMVBS-Online-Publikation 25/2012.
Gabriele Zabel-Zottmann (Autorin): Skulpturen und Objekte im öffentlichen Raum der Bundeshauptstadt Bonn. Aufgestellt von 1970 bis 1991. Mit Betrachtung einer Auswahl vorher sowie anschließend aufgestellter Werke. Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn, 2012.
Claudia Büttner (Autorin), BMVBS (Hrsg.): Geschichte der Kunst am Bau in Deutschland, BMVBS-Online-Publikation, Berlin 2011.

Weiterführende Literatur:
Johannes Möhrle: Postbauten, hrsg. von Bundesministerium für das Post-und Fernmeldewesen, Stuttgart und Zürich 1989.


Freiplastik / Skulptur
Stahl
Höhe 80 cm, Ø 500 cm, Vierkantprofil 19 x 19 cm
148.275 €
nicht-offener Wettbewerb / Einladungswettbewerb mit 8 Teilnehmern

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Robert-Schuman-Platz
Kunstwerk ist zurzeit eingelagert

Künstler: Alf Lechner

Alf Lechner (1925 München - 2017), zunächst als Maler, Grafiker, Industriedesigner und Stahlverarbeiter tätig, seit 1961 erste abstrakte, additive Plastiken. Zahlreiche Ausstellungen und Arbeiten im öffentlichen Raum, u. a. 1973/1975 „Gekippte Würfel" auf dem Campus der Pädagogischen Hochschule Freiburg i. Breisgau und 1976 an der Universität der Bundeswehr Hamburg. 1999 Gründung der Alf-Lechner-Stiftung, 2000 Eröffnung des Alf-Lechner-Museums in Ingolstadt.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Architektur: Heinle, Wischer und Partner Architekten
Bauzeit: 1983-87

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
Nordrhein-Westfalen

1978 bundesweiter Ideenwettbewerb für den Neubau von Bundesverkehrsministerium und Bundespostministerium, 1980 Realisierungswettbewerb für das Bundespostministerium, 1987 Fertigstellung. Seit Auflösung des Bundespostministeriums 1997 wird das Gebäude vom Bundesumweltministerium genutzt.