Peter Tutzauer : Briefe 1988

  • Peter Tutzauer: Briefe, 1988 / © Peter Tutzauer; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Peter Tutzauer: Briefe, 1988 / © Peter Tutzauer; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Peter Tutzauer: Briefe, 1988 / © Peter Tutzauer; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Peter Tutzauer: Briefe, 1988 / © Peter Tutzauer; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Peter Tutzauer: Briefe, 1988 / © Peter Tutzauer; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Peter Tutzauer: Briefe, 1988 / © Peter Tutzauer; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Peter Tutzauer: Briefe, 1988 / © Peter Tutzauer; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Peter Tutzauer: Briefe, 1988 / © Peter Tutzauer; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Peter Tutzauer: Briefe, 1988 / © Peter Tutzauer; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Peter Tutzauer: Briefe, 1988 / © Peter Tutzauer; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

Für den Auftrag, ein Etagenfoyer des 1986 fertig gestellten Postministeriums in Bonn integral zu gestalten, hat Peter Tutzauer auf eine zentrale Metapher zurückgegriffen. Seine Arbeit mit dem Titel „Briefe“ geht von diesem – neben dem Posthorn vergangener Jahrhunderte – für das Postwesen zentralen Motiv aus und nutzt es zum Einstieg in eine eher abstrakte Gestaltung. Das zentrale Foyer des zweiten Geschosses erfährt durch dieses Gestaltungselement eine grundlegende Neuinterpretation. Spiegel öffnen neue Aspekte für diesen Foyerraum, von dem in verschiedenen Winkeln Gänge in das komplexe Gebäude abgehen. Neben den Lampen bringen sie zusätzlich Licht in den Raum. Die Granitplatten erzeugen als Wandgestaltung eine den Spiegeln entgegengesetzte Wirkung. Sie betonen den festen Charakter der Wand und heben sich von den virtuellen Raumöffnungen ab. Zur mittig an der Foyerwand befindlichen halbrunden Konche hin spielen Farbverläufe auf Kunststoffplatten mit diesem akzentuierten Raum und seiner Sitzgruppe und setzen einen deutlichen Farbakzent für die ansonsten eher farbarmen Gestaltungen. Die freie Mischung der Materialien ist typisch für Tutzauer; aus seinem Atelier für Kunst und Gestaltung stammen Designobjekte, freie Kunstwerke und baubezogene Gestaltungen.
Bei alledem spielt der traditionelle Brief als Motiv eine Rolle. Tutzauer löst die Kontraste der Materialien und Texturen in den charakteristischen gefalteten Dreiecksformen eines Briefes auf. Im Seitengang zitiert er sogar den einschlägigen rot-blauen Rand des Luftpostbriefs, um eine dunkle Dreiecksfläche zu rahmen. Diese gegenständliche Lesart der spiegelnden Elemente und ihrer Dreiecksformen wird durch den Ort unmittelbar gestützt und hat eine zusätzliche räumliche Komponente, die durch die Spiegelungen gestützt wird: Die aus diesem Foyer diagonal abzweigenden Flure des großen Baukörpers korrespondieren mit der Dreiecksgeometrie der Briefe.
Nach der Umnutzung des Gebäudes ist das Motiv der Briefe zu einer Reminiszenz an die Geschichte des Gebäudes geworden – und der Brief mit dem Verlauf in Regenbogenfarben kann durchaus einen deutlichen Bezug zum neuen Nutzer des Gebäudes, dem Bundesumweltministerium, aufbauen. MS/JS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel / Johannes Stahl (Autoren), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes von 1980 bis 2010. BBSR-Online-Publikation 13/2014, Bonn, Dezember 2014.


Wandarbeit
Spiegel, Granit, Aluminium, Farbe
nicht-offener Wettbewerb / Einladungswettbewerb mit 50 Teilnehmern

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Halle 2. Obergeschoss
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler : Peter Tutzauer

Peter Tutzauer, geboren 1949 in Neuburg an der Donau, ist ein deutscher Künstler. 1975-79 Studium bei den Professoren Karl Marx und Daniel Spoerri an der Fachhochschule Köln. Seine Aktivitäten decken ein weites Spektrum von gestalterischen Aufgaben ab. Kunst am Bau hat er mehrfach realisiert, u. a. in der DARA Deutsche Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (Bonn 1993).

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Architektur: Heinle, Wischer und Partner Architekten
Bauzeit: 1983-1987

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
Nordrhein-Westfalen

1978 bundesweiter Ideenwettbewerb für den Neubau von Bundesverkehrsministerium und Bundespostministerium, 1980 Realisierungswettbewerb für das Bundespostministerium, 1987 Fertigstellung. Seit Auflösung des Bundespostministeriums 1997 wird das Gebäude vom Bundesumweltministerium genutzt.