Barbara Trautmann : Strom 2012

  • Barbara Trautmann: Strom, 2012 / © Barbara Trautmann; Fotonachweis: BBR / Alexander Obst und Marion Schmieding (2013)

    Barbara Trautmann: Strom, 2012 / © Barbara Trautmann; Fotonachweis: BBR / Alexander Obst und Marion Schmieding (2013)

  • Barbara Trautmann: Strom, 2012 / © Barbara Trautmann; Fotonachweis: BBR / Alexander Obst und Marion Schmieding (2013)

    Barbara Trautmann: Strom, 2012 / © Barbara Trautmann; Fotonachweis: BBR / Alexander Obst und Marion Schmieding (2013)

  • Barbara Trautmann: Strom, 2012 / © Barbara Trautmann; Fotonachweis: BBR / Alexander Obst und Marion Schmieding (2013)

    Barbara Trautmann: Strom, 2012 / © Barbara Trautmann; Fotonachweis: BBR / Alexander Obst und Marion Schmieding (2013)

  • Barbara Trautmann: Strom, 2012 / © Barbara Trautmann; Fotonachweis: BBR / Alexander Obst und Marion Schmieding (2013)

    Barbara Trautmann: Strom, 2012 / © Barbara Trautmann; Fotonachweis: BBR / Alexander Obst und Marion Schmieding (2013)

  • Barbara Trautmann: Strom, 2012 / © Barbara Trautmann; Fotonachweis: BBR / Alexander Obst und Marion Schmieding (2013)

    Barbara Trautmann: Strom, 2012 / © Barbara Trautmann; Fotonachweis: BBR / Alexander Obst und Marion Schmieding (2013)

  • Barbara Trautmann: Strom, 2012 / © Barbara Trautmann; Fotonachweis: BBR / Alexander Obst und Marion Schmieding (2013)

    Barbara Trautmann: Strom, 2012 / © Barbara Trautmann; Fotonachweis: BBR / Alexander Obst und Marion Schmieding (2013)

  • Barbara Trautmann: Strom, 2012 / © Barbara Trautmann; Fotonachweis: BBR / Alexander Obst und Marion Schmieding (2016)

    Barbara Trautmann: Strom, 2012 / © Barbara Trautmann; Fotonachweis: BBR / Alexander Obst und Marion Schmieding (2016)

Auf der Nordseite des Bundesnachrichtendienstes befindet sich das von Henn Architekten unter Mitwirkung von Hilmer & Sattler und Albrecht geplante Technik- und Logistikzentrum. Es ist ein 200 Meter langes und 22 Meter hohes Ensemble aus einem Bau mit Sichtbetonsockel und einer auffallenden Metallfassade und einer an der Chausseestraße städtebaulich abgesetzten Blockrandbebauung mit Natursteinsockel und Putzfassade. Die technoide Anmutung der Streckgitterfassade aus eloxiertem Aluminium stellt die Funktion des Gebäudes bewusst nach außen dar. Neben der Erschließungsfunktion für Mitarbeiter und Besucher des BND sind hier die logistischen Einrichtungen, die Wache, Verwaltungs- und Serviceräume, ein Parkhaus sowie die Zentralen für die Energieversorgung des Bundesnachrichtendienstes untergebracht.
Im Eingangsfoyer im Erdgeschoß hat die Berliner Künstlerin Barbara Trautmann (Jahrgang 1966) eine Lichtinstallation realisiert. Diese besteht aus 182 jeweils 140 Zentimeter langen, handgefertigten, weißen Leuchtstoffröhren, die zu drei Lichtblöcken zusammengefasst sind. Die wie schwerelos von der Decke hängenden, sich auch nach außen mitteilenden Lichtskulpturen akzentuieren die zentrale Eingangshalle und die Galerie des zweiten Gebäudequerriegels. Sie unterstreichen die Querachsen der Gebäudeteile, richten sich in der Längsachse wie Kimme und Korn auf die Magistrale des Hauptgebäudes und unterstreichen so die Bewegungsrichtung der Mitarbeiter und Besucher des BND. Sie kanalisieren die Blicke, schaffen neue Perspektiven und einen optischen Zusammenhalt.
Die Lichtkunst für den Bundesnachrichtendienst erschließt das Gebäude ästhetisch und bereichert den von hellem Sichtbeton und Funktionselementen geprägten Raum. Bei aller Ortsbezogenheit und Technikbeseeltheit, der die Lichtinstallation Ursprung, Wesen und Erscheinung verdankt, bewahrt sie sich den Charakter einer poetischen Kunst. Die Horizontalen der Lichtstäbe und die Vertikalen der Stahlseile bilden Raumzeichnungen, die subjektives künstlerisches Empfinden zeitgemäß als einen ästhetischen Code vermitteln. Dabei erlaubt sich Trautmanns Installation das Spiel von transparenten Versorgungskabeln, die von der haltenden Funktion befreit sind und eine sanft geschwungene Gestalt annehmen. Die künstlerische Faszination von Licht verdankt sich seit jeher metaphysischen Komponenten und Konnotationen. Dabei steht die wirkungsvolle poetische Beschränkung auf weißes Licht für eine künstlerische Reinheit und Wahrhaftigkeit, die nichts repräsentieren außer sich selbst.
Trautmanns Lichtblöcke für den Bundesnachrichtendienst zeichnen sich durch optische Leichtigkeit und luminöse Immaterialität aus. Gleichzeitig wirken sie, besonders wenn sie sich auf den Brücken vor dem Betrachter in Augenhöhe aufbauen, undurchdringbar wie eine elektrische Absperrung und funktionsbeseelt. Unwillkürlich denkt man an die energetischen und logistischen Aufgaben des Gebäudes und an die Aufgaben des Bundesnachrichtendienstes. MS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel (Autor), BMVBS (Hrsg.): Dokumentation von 50 Kunst-am-Bau-Werken, BMVBS-Online-Publikation 05/2013.

Weiterführende Literatur:
Kunst am Bau. Projekte des Bundes 2006-2013, hrsg. v. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Berlin 2014, S. 108-111.


Lichtinstallation
dreiteiliges Lichtobjekt aus 182 handgefertigten Hochspannungs-Leuchtstoffröhren
132,5 x 1130 cm x 132,5 cm (Foyer); 132,5 x 630 x 132,5 cm (Galerie Brücke); 132,5 x 960 x 132,5 cm (Treppen/Brücken); Leuchtstoffröhren: Länge 140 cm, Ø 2,5 cm
200.000 €
nicht-offener Wettbewerb nach Bewerbungsverfahren mit 8 Teilnehmern

Technik- und Logistikzentrale
Foyer Haupteingang sowie Galerie Brücke Süd und Foyer Treppen/Brücken
öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstlerin : Barbara Trautmann

Barbara Trautmann, geboren 1966 in Oberhausen, ist bildende Künstlerin. 1986-1991 studierte sie an der Hochschule Pforzheim (Grafikdesign/Ausstellungsgestaltung), von 1992 bis 1995 an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (Szenografie, Malerei, Plastisches Gestalten). 1998 erhielt sie ein Stipendium für das Künstlerhaus Schloß Balmoral in Bad Ems. Neben ihrer Beteiligung an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland realisierte Barbara Trautmann auch Kunst am Bau sowie Kunst im öffentlichen Raum, darunter für das Kongresshaus Kap Europa in Frankfurt a. Main (2014), den Bundesnachrichtendienst Berlin (2013), das Arp Museum Bahnhof Rolandseck (2007) und die Landeszentralbank Baden-Württemberg, Hauptstelle Karlsruhe (2001).

Technik- und Logistikzentrale

Architektur: Henn Architekten
Bauzeit: 2008-2013

Zentrale des Bundesnachrichtendienstes
Chausseestraße 44-45
10115 Berlin

Die Technik- und Logistikzentrale wurde nach Plänen der Architekten Henn unter Mitwirkung des Büros Hilmer & Sattler und Albrecht (beide München/Berlin) erstellt und im November 2013 planmäßig an den Bundesnachrichtendienst (BND) übergeben. Im März 2014 haben die ersten BND-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Büros bezogen.