Stefan Sous : o. T. (Skulptur) 2012

  • Stefan Sous: o. T. (Skulptur), 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Ulrich Schwarz (2013)

    Stefan Sous: o. T. (Skulptur), 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Ulrich Schwarz (2013)

  • Stefan Sous: o. T. (Skulptur), 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Ulrich Schwarz (2013)

    Stefan Sous: o. T. (Skulptur), 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Ulrich Schwarz (2013)

  • Stefan Sous: o. T. (Skulptur), 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Ulrich Schwarz (2013)

    Stefan Sous: o. T. (Skulptur), 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Ulrich Schwarz (2013)

  • Stefan Sous: o. T. (Skulptur), 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Ulrich Schwarz (2013)

    Stefan Sous: o. T. (Skulptur), 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Ulrich Schwarz (2013)

2003 beschloss die Bundesregierung, den Sitz des Bundesnachrichtendienstes (BND) vom bayerischen Pullach nach Berlin zu verlegen. Der daraufhin vom Architekturbüro Kleihues + Kleihues entworfene Neubau zählt zu den größten Bauprojekten der Bundesrepublik überhaupt. Angesichts der Größe und Bedeutung der Bauunternehmung wählte man mehrere Kunst-am-Bau-Standorte. Die von der Chausseestraße durch einen Zaun abgegrenzte repräsentative Vorfahrt ist der Ort, der sich telegen über die Nachrichtenbilder der allgemeinen Öffentlichkeit mitteilen, dem kollektiven Gedächtnis einprägen und die dort platzierte Kunst zum ‚Markenzeichen‘ des Nachrichtendienstes machen wird.
Die von den Torhäusern an der Straße flankierte Vorfahrt führt über einen rampenartig ansteigenden vorderen Teil zur Plattform vor dem Hauptgebäude. Dort hat der Düsseldorfer Künstler Stefan Sous (Jahrgang 1964) eine gigantische, an einen Felsbrocken erinnernde, aus sechs Millimeter starken Blechen zusammengeschweißte Skulptur platziert. Der verankerte 18-Tonnen-Koloss scheint genau an der Kante ausbalanciert, wo die Rampe zur Plattform der Vorfahrt abknickt, und ragt zur Chausseestraße hin dem Betrachter wie in Wächterfunktion entgegen.
Stefan Sous' Stahlskulptur hat die erhabene Wirkung und Schönheit eines autonomen Kunstwerks. Um die gewünschte Kunst-am-Bau-Wirkung zu entfalten, gibt die Skulptur all das auf, was die Architektur prägt: Gleichmaß, klare, geometrische Formen, rechte Winkel, Symmetrie, ebene Flächen und jede Form von Nützlichkeit. Obwohl ihrerseits geplant und berechnet, verkörpert sie das Ungeformte, das zu Formende und bildet in der Natürlichkeit des vermeintlichen Steins eine archaische Vorstufe der sich ringsum auftürmenden Architektur.
Bei aller gestalterischen Stringenz bewahrt sich die Skulptur im funktionellen Getriebe des BND-Neubaus den Status eines „deplatzierten“ Irrläufers, dessen dezidierte Künstlichkeit und Rätselhaftigkeit Programm sind. Stefan Sous begreift und beschreibt die Fremdheit und Unergründlichkeit der Erscheinung in Analogie zur Aufgabe des BND entsprechend allgemein: „das Unbekannte aufklären und die eigenen Geheimnisse bewahren“ (S. Sous). MS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel (Autor), BMVBS (Hrsg.): Dokumentation von 50 Kunst-am-Bau-Werken, BMVBS-Online-Publikation 05/2013.

Weiterführende Literatur:
Kunst am Bau. Projekte des Bundes 2006-2013, hrsg. v. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Berlin 2014.


Freiplastik / Skulptur
Corten-Stahl
4,20 x 19,80 x 9,80 m
500.000 €
nicht-offener Wettbewerb nach Bewerbungsverfahren mit 8 Teilnehmern

Hauptgebäude
Vorfahrt Hauptgebäude
öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler : Stefan Sous

Stefan Sous, geboren 1964 in Würselen, ist ein deutscher Bildhauer, Licht- und Installationskünstler. 1990-1996 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, 1995 Meisterschüler von Prof. Tony Cragg. Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen und Künstlerstipendien im In- und Ausland sowie Kunstpreise, u. a. der Kunststiftung NRW (2004) und der Triennale der Kleinplastik, Fellbach (2001). Kunst-am-Bau-Projekte und Kunst im öffentlichen Raum, so z. B. „Lichtbänke“ im Düsseldorfer Hofgarten (2002), 1. Preis beim Kunst-am-Bau-Wettbewerb Bundesnachrichtendienst, Berlin (2008).

Hauptgebäude Berlin

Hauptgebäude

Architektur: Kleihues + Kleihues
Bauzeit: 2006-2014

Zentrale des Bundesnachrichtendienstes
Chausseestraße 44-45
10115 Berlin

Der Deutsche Bundestag legte 2004 den Standort für die neue BND-Zentrale auf dem Gelände des ehemaligen Stadions der Weltjugend in der Chausseestraße fest. Im Mai 2008 wurde der Grundstein für das Hauptgebäude gelegt und 2016 die Gesamtliegenschaft übergeben.