Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte 1979

  • Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Mary Bauermeister: Fünf Steinobjekte, 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

Der ambitionierte Neubau des Kasinos für das Innenministerium in Bonn wartete nicht nur mit einer sorgfältig strukturierten Raumanlage auf, sondern auch mit einer Vielzahl von Blickbezügen zwischen den Räumen, der wohlkalkulierten Verknüpfung zwischen Innen- und Außenräumen und der als Gartenlandschaft ausgeformten Dachbegrünung. Auf dem Hintergrund dieser ökologischen und ganzheitlichen Konzeptionen gewinnt die Tatsache, dass Mary Bauermeister mehrfach in die künstlerische Gestaltung des Baus einbezogen war, besondere Bedeutung. Lange schon beschäftigt sich die Künstlerin mit ganzheitlichen Ansätzen, die auch Grenzgebiete zwischen Wahrsagerei, Wissenschaft, Magie und Geheimlehren integrieren. Sie beschäftigte sich unter anderem mit geometrischen Symboliken, der Kraft der Steine, den Zusammenhängen zwischen Außen- und Innenwelten und den Möglichkeiten, darauf Einfluss zu nehmen. Als Erweiterung der bestehenden „Linsenarbeit“ schlug sie eine in den Raum des Neubaus eingreifende Folge von Wandarbeiten vor, für die sie in ihrer Erläuterung den Vergleich zu einem Planetensystem wählte. Es kam zu einer Folge von fünf kleinen Wandobjekten, die den Verbindungsgang zwischen Kasino und Hochhaus einleiten.
Es braucht Zeit, sich in die Objekte von Mary Bauermeister einzufinden. Von fern betrachtet wie Wandteller aus der „Freude am Gestalten“-Bewegung anmutend, entwickeln ihre Arrangements aus gefundenen Kieselsteinen, Trägern, Bemalungen, zeichnerischen und schriftlichen Zutaten bei näherem Hinsehen ein Gemisch, das wenig erwartungsgemäß ausfällt. Insbesondere ihre miniaturhaften Einzeichnungen geometrischer Problemstellungen und die in sorgfältiger Handschrift ausgeführten schriftlichen Bemerkungen bedürfen einer eingehenden Aufmerksamkeit. Sie verknüpfen Stichworte und Sätze aus so unterschiedlichen Bereichen wie Esoterik, Religion, Philosophie, Kunst und Politik mit Tagebuchaufzeichnungen. Dieser individuelle Kosmos verbindet sich mit den aufgeklebten Steinen und den geometrischen Skizzen zu einem dichten Sinngeflecht.
Die Platzierung der fünf Steinreliefs Mary Bauermeisters bringt die Intensität von ihren inneren Mikrokosmen in einen deutlichen Kontrast zur Wand aus Waschbeton. Auch dieses in den 1970er Jahren weit verbreitete Alltagsmaterial, das die Oberfläche zahlreicher Plätze, Wände und Architekturen prägt, integriert runde Kieselsteine – ohne sie jedoch auf ihre mögliche Bedeutung oder Wirkung auszuloten. MS/JS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel / Johannes Stahl (Autoren), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes von 1980 bis 2010. BBSR-Online-Publikation 13/2014, Bonn, Dezember 2014.

Weiterführende Literatur:
Mary Bauermeister. „all things involved in all other things“, hg. v. Christel Schüppenhauer. Mit Texten von W. Dörstel, H.G. Helms, W. Herzogenrath, D. Ronte, W. Schulze-Reimpell und Interview-CD von Gregor Zootzky, Köln 2004.
Welten in der Schachtel. Mary Bauermeister und die experimentelle Kunst der 1960er Jahre, Ausst.-Kat. Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen, Bielefeld/Leipzig/Berlin 2010.


Installation
bemalte Steine, Holz auf leinwandbespannter Pressspanplatte
Ø 95, 80, 55, 45 und 35 cm
Gutachterverfahren

Kasino- und Sitzungssaalgebäude
Flur, Nebeneingang Kasino
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstlerin: Mary Bauermeister

Mary Bauermeister, geboren 1934 in Frankfurt a. M., studierte an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken. Mit Beginn der 1960er veranstaltete sie in ihrem Kölner Atelier avantgardistische Konzerte, Ausstellungen und Performances. Bauermeister hatte zahlreiche internationale Ausstellungen. Kunst am Bau realisierte sie unter anderem für das Goethe-Institut London (1978), die Deutsche Botschaft Khartoum (1979) und das Innenministerium in Bonn (1979). Die aus ihrer Beschäftigung mit Grenzwissenschaften gewonnenen Erkenntnisse nutzte sie auch für die Planung von Gärten, die sie für Auftraggeber weltweit ausführt.

Kasino- und Sitzungssaalgebäude

Architektur: Bundesbaudirektion (Eberhard Schulz)
Bauzeit: 1977-1979

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Graurheindorfer Str. 198
53117 Bonn
Nordrhein-Westfalen

Die auf der 1913-15 als Düppelkaserne eingerichtete Liegenschaft wird seit 1949 vom Innenministerium genutzt. Hierfür wurde der Baubestand in den 1950er-Jahren mehrfach um- und ausgebaut; 1968/69 kam das 12-geschossige Hochhaus und 1977–79 das Kantinen- und Sitzungssaalgebäude im Innenhof hinzu.

Weitere Kunstwerke: Bauermeister, Mary