Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel) 1979

  • Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel), 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel), 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel), 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel), 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel), 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel), 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel), 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel), 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel), 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel), 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel), 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel), 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel), 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Heinz Mack: o. T. (Drei Fenster-Flügel), 1979 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

1979 wurde der Kasinoneubau mit seiner elegant geschwungenen und begrünten Dachfläche für das Bundesinnenministerium in Bonn fertiggestellt. In Formen, Farben und Materialien innovativ und im Einbezug von lebendem Grün ökologisch orientiert, war das Kasino ausdrücklich als „Gegenpol zur Büroarbeitswelt“ konzipiert. Anlässlich seiner Entstehung kam es zu zwei engagierten Kunst-am-Bau-Wettbewerben. Den Wettbewerb unter dem Motto „Freiheit im Schutz des Staates“ gewann Erich Reusch mit Kupferplatten für den Außenbereich. Einen Wettbewerb zum Thema „Kreislauf des Wassers“ konnte Gottfried Gruner mit einer Brunnenanlage im Innenhof für sich entscheiden. Ergänzende Direktvergaben standen interessanterweise ebenfalls unter einem Motto – dem Motto „Mensch und Natur“. Dementsprechend wurde das Thema Wasser um die Phänomene Licht, Erde sowie Sonne (Wärme) erweitert. Ein Holzobjekt von Ursula Sax bezieht sich auf die Erde und ein Gobelin von Gabriele Grosse auf Sonne/Wärme. Heinz Mack (*1931), der Mitbegründer der 1958 ins Leben gerufenen avantgardistischen Düsseldorfer Künstlergruppe ZERO, war für den Bereich Licht prädestiniert. Er schuf 1978-79 für die östliche Seite des an den Längsseiten verglasten Kasinos „Drei Fenster-Flügel“. Jeweils 144 x 190 Zentimeter große Plexiglasscheiben hängen frei in einer festen Rahmung. Im Zwischenraum dieser „Fenster“ befinden sich unterschiedlich geformte Aluminiumgitter, deren filigrane Netzstrukturen in der Brechung des Lichts und aus der Bewegung des Betrachters heraus wechselnde Wahrnehmungen erzeugen und sich wogend auszubreiten scheinen. Die Installation ist Ausdruck der Absicht, künstlerischen Konventionen aus dem Weg zu gehen und eine Kunst jenseits der Pfade von Informel und abstraktem Expressionismus zu etablieren. Licht, Bewegung, Transparenz werden zu wichtigen Ausdrucksträgern eines Purismus, der von Subjektivität befreit und an der Technik und innovativen Materialien – so dem im Flugzeugbau eingesetzten Aluminium und dem damals noch neuen Plexiglas – orientiert ist. Der paraventartige Aufbau der – ursprünglich zwischen Drahtseilen eingespannten – „Flügel“ vor den Fenstern des Kasinos verleiht der schmucklosen Verglasung einen künstlerischen Ausdruck. Er vermittelt auch den Übergang von Innen und Außen und bildet dabei einen rein ästhetisch definierten Raum.
Heinz Mack arbeitete auch in anders gearteten Werken – so beim Bühnenvorhang der Theaterhalle Gladbeck und bei der großen Collage (ehemals im Düsseldorfer Schauspielhaus) – mit dem Flügelmotiv. Eines der „Flügel“-Objekte des renommierten Künstlers gelangte als Gastgeschenk der Bundesrepublik Deutschland in den Besitz der UNESCO in Paris. MS/JS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel / Johannes Stahl (Autoren), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes von 1980 bis 2010. BBSR-Online-Publikation 13/2014, Bonn, Dezember 2014.

Weiterführende Literatur:
Wolfgang Leuschner: Bauten des Bundes 1965-1980, hrsg. v. Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, Karlsruhe 1980, S. 223.
Horst Rave: Bau Kunst Verwaltung. Dokumentation Ergänzungsfonds des Bundes 1977 bis 1984, Hg. v. Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, Karlsruhe 1984, S. 142.


Glasarbeit
Aluminiumgeflecht (Honeycomb), Plexiglas
je 144 x 190 x 2 cm
35.790 €
Kolloquium mit 2 Teilnehmern

Kasino- und Sitzungssaalgebäude
Speisesaal Kasino
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler: Heinz Mack

Heinz Mack, geboren 1931 in Lollar, studierte 1950-53 an der Kunstakademie in Düsseldorf und schloss 1956 ein Studium der Philosophie an der Universität Köln ab. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe ZERO und ist einer der wichtigsten Vertreter der Kinetischen Kunst. Daneben beschäftige ihn von jeher das Thema Licht. Mack nahm mehrfach an der documenta und 1970 an der Biennale in Venedig teil und erhielt bedeutende Auszeichnungen. Er schuf und zahlreiche Werke für den öffentlichen Raum und als Kunst am Bau, u. a. für das Goethe Institut in Brüssel, das Justizministerium und das Postministerium in Bonn, die Universität der Bundeswehr und das Olympiagelände in München, für die Dresdner Bank in Frankfurt/Main und die Landeszentralbank Düsseldorf sowie für den Roncalliplatz in Köln und das Europa-Center in Berlin (Licht-Obelisk).

Kasino- und Sitzungssaalgebäude

Architektur: Bundesbaudirektion (Eberhard Schulz)
Bauzeit: 1977-1979

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Graurheindorfer Str. 198
53117 Bonn
Nordrhein-Westfalen

Die auf der 1913-15 als Düppelkaserne eingerichtete Liegenschaft wird seit 1949 vom Innenministerium genutzt. Hierfür wurde der Baubestand in den 1950er-Jahren mehrfach um- und ausgebaut; 1968/69 kam das 12-geschossige Hochhaus und 1977–79 das Kantinen- und Sitzungssaalgebäude im Innenhof hinzu.

Weitere Kunstwerke: Mack, Heinz