Alexander Camaro : o. T. (Glasbausteinfenster) 1975

  • Alexander Camaro: o. T. (Glasbausteinfenster), 1975 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Staatsbibliothek zu Berlin – PK / Fotostelle

    Alexander Camaro: o. T. (Glasbausteinfenster), 1975 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Staatsbibliothek zu Berlin – PK / Fotostelle

  • Alexander Camaro: o. T. (Glasbausteinfenster), 1975 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Staatsbibliothek zu Berlin – PK / Fotostelle (2006)

    Alexander Camaro: o. T. (Glasbausteinfenster), 1975 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Staatsbibliothek zu Berlin – PK / Fotostelle (2006)

  • Alexander Camaro: o. T. (Glasbausteinfenster), 1975 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Staatsbibliothek zu Berlin – PK / Ralf Stockmann (2014)

    Alexander Camaro: o. T. (Glasbausteinfenster), 1975 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Staatsbibliothek zu Berlin – PK / Ralf Stockmann (2014)

  • Alexander Camaro: o. T. (Glasbausteinfenster), 1975 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin, Alexander Camaro, o. T., 1975 Foto: Staatsbibliothek zu Berlin – PK / Fotostelle

    Alexander Camaro: o. T. (Glasbausteinfenster), 1975 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin, Alexander Camaro, o. T., 1975 Foto: Staatsbibliothek zu Berlin – PK / Fotostelle

  • Alexander Camaro: o. T. (Glasbausteinfenster), 1975 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Archiv BBR

    Alexander Camaro: o. T. (Glasbausteinfenster), 1975 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Archiv BBR

  • Alexander Camaro: o. T. (Glasbausteinfenster), 1975 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Archiv BBR

    Alexander Camaro: o. T. (Glasbausteinfenster), 1975 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Archiv BBR

  • Alexander Camaro: o. T. (Glasbausteinfenster), 1975 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Archiv BBR (1977)

    Alexander Camaro: o. T. (Glasbausteinfenster), 1975 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Archiv BBR (1977)

Die Staatsbibliothek in Berlin von Hans Scharoun bildet eines der herausragenden Architekturzeugnisse des 20. Jahrhunderts, erbaut 1967 bis 1978. Die lange Bauzeit hing nicht nur mit der besonderen politischen und ökonomischen Situation im damaligen Westberlin zusammen, sondern auch mit dem Tod des Architekten im Jahr 1972. Danach führte der enge Mitarbeiter Scharouns, Edgar Wisniewski, den Bau weiter. Noch zu Lebzeiten hatte Scharoun festgelegt, dass bereits in der Bauphase die Kunst in die Architektur integriert werden sollte. Dabei ging es vor allem um die Arbeiten der Künstler Alexander Camaro und Erich F. Reuter, die schon einige Jahre zuvor an der Ausstattung der ebenfalls am Kulturforum gelegenen Philharmonie beteiligt gewesen waren. Den vielseitig arbeitenden Künstler Alexander Camaro (1901-1992) kannte Scharoun aus der gemeinsamen Studienzeit in Breslau. Der als Maler, Tänzer, Filmemacher und Dichter tätige Camaro hatte schon vorher bleiverglaste Fenster entworfen. Für die Philharmonie experimentierte er mit in Zement eingefügten runden Glasbausteinen und profitierte von den Erfahrungen für die Staatsbibliothek: Trotz steigender Kosten setzte Scharoun die Realisierung durch. Für die Staatsbibliothek wie auch für das 1981 nach Plänen Scharouns fertiggestellte Musikinstrumentenmuseum entwarf Camaro Wände aus bunten Glasbausteinen. In der Eingangshalle fügen sich quadratische Steine zu großen rechteckigen Farbflächen, die über zwei Geschosse bis in den Lesesaal ragen und den Räumen einen besonderen Farbklang geben. Es sind die leuchtenden Farben, die Camaro verwendete, die zum einen das Blau des Himmels und zum anderen das Gelb der Fassade aufnehmen, zusätzlich im Erdgeschoss durch Rottöne ergänzt, die warm in den Raum strahlen. Ähnlich intensiv wirken die Fenster im Hochmagazin, die der Fassade nach außen eine besondere Wirkung geben und durch ihre Rottönung weithin sichtbar aus dem Goldgelb der Fassade herausstechen. Für das Ostfoyer wählte Camaro rund gearbeitete Glasbausteine wie in der Philharmonie, die je nach Tageslichteinfall in unterschiedlichen Farben leuchten und in ihrer fast transzendenten Wirkung an bunte Kirchenfenster erinnern. Aus historischen Gründen schirmt sich die Architektur der Staatsbibliothek Richtung Osten ab und öffnet sich zum Kulturforum mit großzügigen Fenstern. Diesen geschlossenen Charakter bricht Camaro durch die Glasbausteine wohltuend auf. SvM

Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin (Autoren), BMVBS (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950. BMVBS-Online-Publikation 25/2012.

Weiterführende Literatur:
Wilk, Barbara: Die Eingangshalle ("Kunst am Bau" der Staatsbibliothek, Folge 3) - In: Mitteilungen SBPK 20.1988,2 Seite 76-84.


Glasarbeit
farbige Glasbausteinfenster in stahlarmierter Glasbetonkonstruktion
122.710 €
Direktvergabe

Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße
Eingangshalle bis Lesesaal, Ostfoyer und Westwand des Magazinaufbaus
während der Öffnungszeiten zugänglich

Künstler : Alexander Camaro

Alexander Camaro (eig.: Alfons Bernhard Kamarofski, 1901 Breslau - 1992 Berlin) war ein deutscher Maler, Filmemacher, Tänzer, Musiker und Dichter. Er studierte 1920-25 in Breslau bei dem Expressionisten Otto Mueller und besuchte 1929-1930 die Tanzschule von Mary Wigman in Dresden, mit deren Ensemble er in den Folgejahren im In- und Ausland auftrat. Mit dem Tanz finanzierte er seinen Lebensunterhalt, nachdem er als Maler von den Nationalsozialisten 1933 mit einem Arbeits- und Ausstellungsverbot belegt worden war; 1951 erhielt er eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. Camaro war vielfach in Ausstellungen präsent und erhielt zahlreiche internationale Preise sowie Aufträge für Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum, u. a. für die Philharmonie, das Musikinstrumentenmuseum und die Staatsbibliothek in Berlin.

Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße

Architektur: Hans Scharoun (1967-1972) mit Edgar Wisniewski
Bauzeit: 1967-78

Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße
Potsdamer Straße 33
10785 Berlin

1963 Auslobung eines Einladungswettbewerbs für den Neubau einer Bibliothek in Berlin (West), aus dem Hans Scharoun als Sieger hervorging. Im Oktober 1967 erfolgte die Grundsteinlegung für den Neubau an der Potsdamer Straße, der nach dem Tod von Scharoun 1972 durch Edgar Wisniewski und die Bundesbaudirektion weitergeführt und 1978 fertiggestellt wurde.