Günter Ferdinand Ris : Lichtwald 1976

  • Günter Ferdinand Ris: Lichtwald, 1976 / © Günter Ferdinand Ris; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Günter Ferdinand Ris: Lichtwald, 1976 / © Günter Ferdinand Ris; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Günter Ferdinand Ris: Lichtwald, 1976 / © Günter Ferdinand Ris; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Günter Ferdinand Ris: Lichtwald, 1976 / © Günter Ferdinand Ris; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Günter Ferdinand Ris: Lichtwald, 1976 / © Günter Ferdinand Ris; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Günter Ferdinand Ris: Lichtwald, 1976 / © Günter Ferdinand Ris; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Günter Ferdinand Ris: Lichtwald, 1976 / © Günter Ferdinand Ris; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Günter Ferdinand Ris: Lichtwald, 1976 / © Günter Ferdinand Ris; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Günter Ferdinand Ris: Lichtwald, 1976 / © Günter Ferdinand Ris; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Günter Ferdinand Ris: Lichtwald, 1976 / © Günter Ferdinand Ris; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

Das bis in die 1970er-Jahre vom Kanzleramt genutzte historische Palais Schaumburg in Bonn war schon in den 1950er-Jahren um zwei schlichte Bauten ergänzt worden, was aber für die wachsenden Verwaltungsstrukturen nicht mehr reichte. So errichtete die Planungsgruppe Stieldorf aus Königswinter, die schon die „Kreuzbauten“ entworfen hatten, 1974 bis 1976 das neue Bundeskanzleramt. Es stellt eine Zäsur im Selbstverständnis der Bundesrepublik dar, da die Stadt mit dem Bau endgültig als Bundeshauptstadt anerkannt wurde. Das dreigeschossige Gebäude ist durch die breiten braun-metallenen Brüstungsbänder gegliedert und außen wie innen funktional gestaltet, was im Volksmund zur Schmähung als „Sparkassenarchitektur“ führte. Für die künstlerische Ausstattung wurde ein offener Wettbewerb ausgelobt, an dem knapp 200 Künstler teilnahmen. In der zweiten Stufe waren es 20 Teilnehmer, teilweise zu Teams zusammengeschlossen. Ursprüngliche Idee war die künstlerische Gesamtgestaltung des Außengeländes durch einen Künstler, aber Ergebnis des Wettbewerbs waren Einzellösungen für Teilbereiche wie den Park, den Vorfahrtsbereich und den sogenannten Bundeskanzlerplatz. Die Edelstahlplastik von Hans Dieter Bohnet, die für den Bundeskanzlerplatz ausgewählt war, wurde vom damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt entfernt, stattdessen kamen die berühmten „Large Two Forms“ von Henry Moore zur Aufstellung. Günter Ferdinand Ris (1928-2005) hatte in der ersten Stufen des Wettbewerbs gemeinsam mit drei Künstlerkollegen eine Gestaltung des Außenraums vorgesehen, die die neue räumliche Situation zwischen Palais Schaumburg und Bundeskanzleramt sowie den damals als öffentlich zugänglich geplanten Park durch Wege und Platzanlagen strukturieren sollte. Neben der von Ris vorgeschlagenen Arbeit mit Licht war auch eine Toninstallation vorgesehen, die jedoch den Gutachtern nicht gefiel. Am Ende realisierte Ris in einer Durchfahrt einen „Lichtwald“ – weiß angestrichene, halbzylindrische Stelen aus Kunststoff, nachts angeleuchtet, die den eher niedrigen, dunklen Durchfahrtsbereich erhellen und somit positiv auf die Architektur wirken, auch wenn damit nur ein Bruchteil der ursprünglichen künstlerischen Konzepte umgesetzt werden konnte. Ris, ein wichtiger Vertreter der konkreten Kunst in Deutschland, überzeugt mit der Arbeit in mehrfacher Hinsicht, nämlich durch ästhetische Präsenz bei gleichzeitiger Nutzfunktion. AS/CvM

Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin (Autoren), BMVBS (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950. BMVBS-Online-Publikation 25/2012.

Weiterführende Literatur:
Wolfgang Leuschner: Bauten des Bundes 1965-1980, hrsg. v. Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, Karlsruhe 1980, S. 218 ff.
Zur Diskussion gestellt. „Folgen“ eines Wettbewerbs, in: Deutsches Architektenblatt, Nr. 7, 1979, S. 832.


Lichtinstallation
Kunststoff, Leuchtmittel
Höhe ca. 250 cm
offener Wettbewerb mit 177 Teilnehmern

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Durchfahrt
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Günter Ferdinand Ris (1928 Leverkusen - 2005 Darmstadt) studierte Kunst an den Akademien in Karlsruhe, Düsseldorf und Freiburg im Breisgau. Seit den fünfziger Jahren war er als Maler aktiv und hatte ab Anfang der sechziger Jahre auch Erfolge als Bildhauer. Als Designer entwarf er Möbel und Inneneinrichtungen, zum Beispiel den "Sunball"-Kugelstuhl 1969 oder für die Firma Rosenthal Gläser sowie ein Kaffee-/Tee-Service. Ris war auf international renommierten Kunstausstellungen vertreten, darunter auf der documenta (1959 und 1964), auf der Biennale von Venedig 1966, der Weltausstellung in Montreal 1967 und der Expo '70 in Osaka. Für die Bundesrepublik führte er mehrere wichtige Aufträge im In- und Ausland aus, darunter eine Supraporte im Abgeordnetenhochhaus Bonn 1970, eine Brunnenanlage an der Deutschen Botschaft Brasilia 1970 und den „Lichtwald" im Bonner Bundeskanzleramt 1976.

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Architektur: Planungsgruppe Stieldorf (M. Adams, R. Glatzer, G. Hornschuh, G. Pollich, P. Türler)
Bauzeit: 1973-1976

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Dahlmannstraße 4
53113 Bonn
Nordrhein-Westfalen

Im Dezember 1969 beschloss das Bundeskabinett, ein neues Kanzleramt zu bauen. 1970 wurde der Wettbewerb dafür ausgelobt, den die Planungsgruppe Stieldorf (Manfred Adams, Günter Hornschuh, Robert Glatzer, Georg Pollich, Peter Türler) gewann; Baubeginn war 1973, die Einweihung am 1. Juli 1976. 2001-2005 wurde das Gebäude für den Einzug des BMZs denkmalgerecht generalsaniert.