Hubertus von Pilgrim : Konrad-Adenauer-Denkmal 1981

  • Hubertus von Pilgrim: Konrad-Adenauer-Denkmal, 1981 / © Hubertus von Pilgrim; Fotonachweis: Archiv BBR (1981)

    Hubertus von Pilgrim: Konrad-Adenauer-Denkmal, 1981 / © Hubertus von Pilgrim; Fotonachweis: Archiv BBR (1981)

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    Hubertus von Pilgrim: Konrad-Adenauer-Denkmal, 1981 / © Hubertus von Pilgrim; Fotonachweis: Archiv BBR (1981)

  • Hubertus von Pilgrim: Konrad-Adenauer-Denkmal, 1981 / © Hubertus von Pilgrim; Fotonachweis: Archiv BBR (1981)

    Hubertus von Pilgrim: Konrad-Adenauer-Denkmal, 1981 / © Hubertus von Pilgrim; Fotonachweis: Archiv BBR (1981)

  • Hubertus von Pilgrim: Konrad-Adenauer-Denkmal, 1981 / © Hubertus von Pilgrim; Fotonachweis: Archiv BBR (1981)

    Hubertus von Pilgrim: Konrad-Adenauer-Denkmal, 1981 / © Hubertus von Pilgrim; Fotonachweis: Archiv BBR (1981)

Am 19. April 1967 verstarb Konrad Adenauer, der erste deutsche Bundeskanzler, in seinem Wohnhaus in Bonn-Rhöndorf. Die Erben schenkten das Haus samt Nachlass im selben Jahr dem deutschen Staat, mit dem Ziel, dort eine Erinnerungsstätte zu eröffnen. Im Gegenzug verpflichtete sich der Bund, eine Stiftung einzurichten, um das Andenken an Konrad Adenauer zu wahren. Seit November 1978 besteht die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus. Zunächst dem Bundesministerium des Inneren unterstellt, ist sie seit 1998 Teil des Geschäftsbereichs der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien. 1979 rief das Innenministerium einen „Kunstwettbewerb Bundeskanzler-Adenauer-Haus“ aus, um auch mit der künstlerischen Ausstattung der Außenanlage der historischen Bedeutung Adenauers gerecht zu werden. Als Sieger des Wettbewerbs mit neun Teilnehmern ging der Bildhauer Hubertus von Pilgrim hervor. Er schlug eine zwei Meter hohe Bronzeplastik auf einem flachen Sockel vor, die den überlebensgroßen Kopf Adenauers darstellt. Von vorne ist der 1981 fertiggestellte Kopf ein realistisches Porträt Adenauers. Wenn der Betrachter jedoch näher kommt und die Seiten sowie den Hinterkopf erblickt, ist in die Großform eine Vielzahl von Bezügen, Figuren und Zahlen eingebaut, die das Leben Adenauers thematisieren: „Der Kölner Dom im Haar, das Kruzifix am Hals, die Geburtszahl auf der einen und die Todesdaten auf der anderen Wange“, schrieb damals Die Welt in einem mit „Verworrene Symbolik“ betitelten Beitrag. Damit traf sie den Tenor nicht nur eines Teils der Öffentlichkeit, der ablehnend auf die Arbeit reagierte: Auch die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus unter Leitung des früheren Bundeskanzlers Kurt Georg Kiesinger lehnte das Geschenk des Innenministeriums ab und verweigerte die Aufstellung. Nach längerem Hin und Her, das ausführlich von der Presse kommentiert wurde, gelangte der Kopf schließlich zu seiner Aufstellung an der Adenauerallee vor dem damaligen Bundeskanzleramt, der Wirkungsstätte Adenauers. Noch heute ist er dort zu finden, auch wenn das Kanzleramt inzwischen in Berlin ist und sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung dort befindet. AS/CvM

Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin (Autoren), BMVBS (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950. BMVBS-Online-Publikation 25/2012.

Weiterführende Literatur:
Hans Weingartz, Skulptur in Bonn, Königswinter 2007, S. 60 f.


Freiplastik / Skulptur
Bronze, Basaltsockel
200 x 150 x 150 cm
127.823 €
nicht-offener Wettbewerb / Einladungswettbewerb

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
vor dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit an der Adenauerallee
öffentlich zugänglich/einsehbar

Hubertus von Pilgrim (*1931), deutscher Bildhauer. Studium der Kunstgeschichte und Philosophie in Heidelberg sowie der Bildhauerei an der Hochschule der Künste in Berlin. 1963–1977 Professur an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, 1977–1995 an der Akademie der Bildenden Künste München. 1995 Orden Pour le mérite, 1997 Großes Bundesverdienstkreuz. Vor allem Denkmäler im öffentlichen Raum, so die 22 Mahnmale in Bayern entlang der Strecke des Todesmarsches der KZ-Häftlinge von Dachau 1945, 1989– 2001; Denkmal Bundesfinanzverwaltung Münster, 1985–88; Gedenkplatten Mozart in München.

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Architektur: Planungsgruppe Stieldorf (M. Adams, R. Glatzer, G. Hornschuh, G. Pollich, P. Türler)
Bauzeit: 1973-1976

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Dahlmannstraße 4
53113 Bonn
Nordrhein-Westfalen

Im Dezember 1969 beschloss das Bundeskabinett, ein neues Kanzleramt zu bauen. 1970 wurde der Wettbewerb dafür ausgelobt, den die Planungsgruppe Stieldorf (Manfred Adams, Günter Hornschuh, Robert Glatzer, Georg Pollich, Peter Türler) gewann; Baubeginn war 1973, die Einweihung am 1. Juli 1976. 2001-2005 wurde das Gebäude für den Einzug des BMZs denkmalgerecht generalsaniert.