Eberhard Fiebig: Karyatide 1987

  • Eberhard Fiebig: Karyatide, 1987 / © Eberhard Fiebig; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Eberhard Fiebig: Karyatide, 1987 / © Eberhard Fiebig; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Eberhard Fiebig: Karyatide, 1987 / © Eberhard Fiebig; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Eberhard Fiebig: Karyatide, 1987 / © Eberhard Fiebig; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Eberhard Fiebig: Karyatide, 1987 / © Eberhard Fiebig; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Eberhard Fiebig: Karyatide, 1987 / © Eberhard Fiebig; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Eberhard Fiebig: Karyatide, 1987 / © Eberhard Fiebig; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Eberhard Fiebig: Karyatide, 1987 / © Eberhard Fiebig; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Eberhard Fiebig: Karyatide, 1987 / © Eberhard Fiebig; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Eberhard Fiebig: Karyatide, 1987 / © Eberhard Fiebig; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Eberhard Fiebig: Karyatide, 1987 / © Eberhard Fiebig; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Eberhard Fiebig: Karyatide, 1987 / © Eberhard Fiebig; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Eberhard Fiebig: Karyatide, 1987 / © Eberhard Fiebig; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Eberhard Fiebig: Karyatide, 1987 / © Eberhard Fiebig; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

1987 wurde neben dem Kasino des damaligen Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung, einem Bestandsgebäude der seit 1949 von der Regierung genutzten ehemaligen Troilo-Kaserne, Eberhard Fiebigs „Karyatide“ aufgestellt. Die Skulptur des ehemaligen Professors für Metallbildhauerei an der Gesamthochschule Kassel ist ein klares ästhetisches Bekenntnis zu industriell vorgeprägten Formen und Materialien. Die reduzierte Prägnanz der Skulptur bildet einen eindrücklichen Kontrast zu den in den dreißiger Jahren entstandenen zwei- bis dreigeschossigen, weiß verputzten Mauerwerksbauten mit ihren Walmdächern und von Werkstein umrahmten Fenstern.
Die kompakte Erscheinung der Skulptur verdankt sich symmetrisch verschachtelten und rot lackierten Doppel-T-förmigen Peiner-Stahlträgern, die seit 1984 im Werk von Fiebig eine wichtige Rolle spielen. Aus dem dekorativen, figurierten Architekturelement der klassischen Karyatide wird bei Fiebig ein dekor- und funktionsloses Werk der autonomen modernen Kunst. Fiebigs Adaption übersetzt das Prinzip der Karyatide mit der Organisation tragender und lastender Teile und einer entsprechenden sinnfälligen Proportionierung in eine aufgeklärte Kunst, die abstrakten Formwillen und Konstruktionswillen in einer objektiven Formensprache ausbalanciert. Der Künstler kommentierte seine „Karyatide“ mit den Worten: „Wir bevorzugen die einfachen Formen. Wir lieben die Metamorphosen des rechten Winkels, das Spannungsfeld der Geometrie, in dem Gefühl und Verstand sich heiter und frei bewegen.“
Eberhard Fiebigs „Karyatide“ wurde anlässlich der Grundsanierung einiger Häuser des Ministeriums neben der Kantine aufgestellt. Sie ist, weil sie nichts trägt, im architektonischen Sinn nicht nur keine Karyatide; als „Kernplastik“, die aus sich heraus lebt, Kraft entwickelt und Energie ausstrahlt, entwickelt sie auch zum Kantinengebäude des Arbeitsministeriums keine spezifische Architekturbindung und im weiteren Sinn auch keine spezifischen Raumbezüge. Zweifellos aber verfügt sie als Kunst am Bau über eine gute Signetwirkung. MS/JS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel / Johannes Stahl (Autoren), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes von 1980 bis 2010. BBSR-Online-Publikation 13/2014, Bonn, Dezember 2014.


Freiplastik / Skulptur
Stahl (St37), lackiert
360 x 120 x 120 cm
16.420 €
Gutachterverfahren

Haus 24 (Kantine)
Grünfläche im Zugangsbereich zur Kantine
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler: Eberhard Fiebig

Eberhard Fiebig, geboren 1930 in Bad Harzburg, ist ein deutscher Bildhauer, Maler und Grafiker. Er studierte Philosophie und Soziologie in Frankfurt und hatte zwischen 1974 und 1995 eine Professur für Metallbildhauerei an der Gesamthochschule Kassel inne. Gemeinsam mit Dorothea Wickel und Paul Bliese gründete er 1986 das auf die computergestützte Konstruktion von Stahlplastiken spezialisierte Atelier "art engineering". Fiebig schuf zahlreiche Arbeiten für den öffentlichen Raum, u. a. für den Hessischen Rundfunk, Frankfurt a. M. (1967 und 1971); "Große Perforation", Alte Oper Frankfurt (1980); "Tor des Irdischen Friedens", Universität Kassel (1987); Säule für das Bundesministerium der Verteidigung in Bonn (1997); "Cumulus 11", Regensburg Arcaden (2002).

Haus 24 (Kantine)

Architektur: Planungsbüro Rohling, Osnabrück
Bauzeit: 1936 / 2012

Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Rochusstraße 1
53123 Bonn
Nordrhein-Westfalen

Das vom Arbeitsministerium als Kantine genutzte Haus 24 (ehemals Haus V) ist ein Bestandsbau der ehemaligen Troilokaserne von 1936. Bereits Anfang der 1980er-Jahre wurde das Gebäude umgebaut, eine grundlegende Sanierung mit Anbau eines Speisesaals an der Südseite erfolgte 2010-2012 durch das Planungsbüro Rohling aus Osnabrück.

Weitere Kunstwerke: Fiebig, Eberhard