Franz Gutmann: o. T. (Brunnen) 1982

  • Franz Gutmann: o. T. (Brunnen), 1982 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Franz Gutmann: o. T. (Brunnen), 1982 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Franz Gutmann: o. T. (Brunnen), 1982 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis:  BBR / Cordia Schlegelmilch

    Franz Gutmann: o. T. (Brunnen), 1982 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch

  • Franz Gutmann: o. T. (Brunnen), 1982 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Franz Gutmann: o. T. (Brunnen), 1982 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

  • Franz Gutmann: o. T. (Brunnen), 1982 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

    Franz Gutmann: o. T. (Brunnen), 1982 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2013)

In den frühen 1950er-Jahren wurde die ehemalige Troilo-Kaserne in Bonn der Standort gleich mehrerer Bundesministerien, welche zunächst die bestehenden Gebäude nutzten. Neben dem Arbeitsministerium kamen hier das Landwirtschaftsministerium und später auch das Gesundheitsministerium unter. Das Haus V, ein aus den 1930er-Jahren stammender Kasernenbau, beherbergte die Kantine. Veränderte Anforderungen und der Einbau eines Aufzugs zogen in den 1980er-Jahren eine Sanierung nach sich. Im Zuge dieser Maßnahmen lag es nahe, für den Eingang der Kantine einen besonderen Akzent zu schaffen. Mit Franz Gutmann konnte ein sehr erfahrener Künstler den Auftrag übernehmen, vor dem Eingang eine Brunnenanlage zu schaffen. Der Münstertaler, der ebenso wie Joseph Beuys bei Ewald Mataré studiert hatte und ebenso wie dieser sein Meisterschüler gewesen war, hat im Laufe seiner künstlerischen Tätigkeit sehr unterschiedliche Materialien genutzt und in seiner Bildsprache ein weites Spektrum zwischen abstrakt-reduzierten Formen und erzählerischer Bildlust entwickelt. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass Gutmann keineswegs Scheu entwickelte, auch Auftragsarbeiten zu übernehmen und sich und seine Kunst dann deutlich auf die Wünsche unterschiedlicher Auftraggeber einzustellen.
Der Brunnen vor der Kantine des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigt durchaus die Freiheit, die Gutmann hier hatte. Wie in anderen Arbeiten auch spielt er mit dem Verhältnis weit auseinanderklaffender Proportionen: Ein langer, schmaler Zulauf endet über einem gewaltigen Wasserbecken. An beiden Seiten hat es wiederum kleine Ausgüsse, über die dosiert Wasser in darunter angelegte Abflussgitter laufen kann. Eigentümlich ist die Lösung für die Herkunft des Wassers: Gutmann lässt das schlanke Zulaufrohr schlicht aus einer im Boden eingelassenen und zusätzlich monogrammierten und datierten Basaltplatte entspringen, bevor er es – aufwändig von einem massiven Steinquader gestützt – im schüsselförmigen Becken enden lässt. Erst allmählich entdeckt man so einen expliziten Kreislauf, wie er für viele Brunnenanlagen unerlässlich ist, der aber in dieser Ausprägung, bei aller Sachlichkeit der Form, fast augenzwinkernd ironisiert wird. Dabei steht keineswegs fest, ob dieser Brunnen wirklich läuft: Gutmann treibt zwischen der fast funktional-sachlichen Form und der üblichen Aufgabe eines Brunnens ein Spiel, das ein Betrachter kaum überprüfen kann. MS/JS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel / Johannes Stahl (Autoren), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes von 1980 bis 2010. BBSR-Online-Publikation 13/2014, Bonn, Dezember 2014.


Brunnen
Basalt, Metall
Länge ca. 600 cm, Höhe 68 cm, Ø Wasserbecken 300 cm
51.129 €
Direktvergabe

Haus 24 (Kantine)
Vorplatz des Kantinengebäudes
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler: Franz Gutmann

Franz Gutmann, geboren 1928 im Obermünstertal (Breisgau), begann 1951 ein Studium an der Kunstakademie Freiburg bei Wilhelm Gerstel, wechselte dann an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er mit Joseph Beuys und Erwin Heerich Freundschaft schloß und Meisterschüler bei Ewald Mataré wurde. Gutmann ist immer wieder in Kunst-am-Bau-Wettbewerben anzutreffen und hat ein größeres Spektrum recht unterschiedlicher Arbeiten realisiert, insbesondere im badischen Raum.

Haus 24 (Kantine)

Architektur: Planungsbüro Rohling, Osnabrück
Bauzeit: 1936 / 2012

Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Rochusstraße 1
53123 Bonn
Nordrhein-Westfalen

Das vom Arbeitsministerium als Kantine genutzte Haus 24 (ehemals Haus V) ist ein Bestandsbau der ehemaligen Troilokaserne von 1936. Bereits Anfang der 1980er-Jahre wurde das Gebäude umgebaut, eine grundlegende Sanierung mit Anbau eines Speisesaals an der Südseite erfolgte 2010-2012 durch das Planungsbüro Rohling aus Osnabrück.