Leni Hoffmann : bmas 2011

  • Leni Hoffmann: bmas, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Leni Hoffmann: bmas, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Leni Hoffmann: bmas, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Leni Hoffmann: bmas, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Leni Hoffmann: bmas, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Leni Hoffmann: bmas, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Leni Hoffmann: bmas, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Leni Hoffmann: bmas, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Leni Hoffmann: bmas, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Leni Hoffmann: bmas, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Leni Hoffmann: bmas, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Leni Hoffmann: bmas, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gehört zu den Bundesbehörden, die nach dem Umzug der Regierung nach Berlin einen zweiten Dienstsitz in Bonn beibehalten haben. Die Kantine des Ministeriums ist in einem von 1936 stammenden Gebäude untergebracht, das 2011 einen eingeschossigen Erweiterungsbau nach dem Entwurf des Planungsbüros pbr Rohling aus Osnabrück erhielt. Für die Kunst am Bau dafür fand ein Wettbewerb statt.
Im Ergebnis konnte Leni Hoffmann (Jahrgang 1962) auf der etwa sieben Meter breiten und knapp dreieinhalb Meter hohen Stirnwand des langgestreckten und an der Südseite verglasten Kantinenraums eine sich in mehreren Schichten aus Lacken, Armierputz und unbehandelten Wandflächen zusammensetzende Malerei realisieren. Wie andere Konzepte der Künstlerin ist die Arbeit, die sich asymmetrisch aus einem Zentrum heraus entwickelt, technisch komplex. Sie besteht aus einer amorphen Farbfläche, aus unbehandelt gelassenen rechteckigen Wandpartien und einer „Schüttung“.
In „bmas“, wie die Arbeit standortbezogen heißt, stoßen künstlerisch entgegengesetzte Prinzipien, Techniken und Methoden aufeinander. Das intensive, wie aus den Tiefen der Wand ergusshaft auftauchende Farbfeld wogt, interferiert, lebt, leitet über und löst sich an seinen Rändern in einem Sfumato blass changierender Pigmente auf. Sein Schimmern verdankt es Lacken, die in sieben Schichten aufgetragen sind. Die mit wechselnden Betrachterstandpunkten sich stets ändernde Farbwirkung schafft gleitende Übergänge und stellt gezielt Verbindungen zu den Lichtern, Farben und Formen im Innen- und im Außenraum der Kantine her.
Die Zufälligkeit der „Schüttung“ auf der rechten Seite bildet das Scharnier der Komposition. Es handelt sich um ein graues Armierputzrelief, das sich der Nachzeichnung der nassdunklen Partien einer gegen die Wand geklatschten Ladung Wasser verdankt. Farbfeld und Schüttung kontrastieren in ihrer Organik, Koloristik und Haptik mit den unbearbeiteten, farblosen geometrischen Partien der Wand.
„bmas“ schöpft das Varietas-Prinzip der Kunst aus. Es ist ein visuelles Aktionsfeld, dessen Erscheinung von der Umgebung und vom Betrachter abhängt. Das einfallende Licht, die Möblierung der Kantine und die Betrachterperspektive spielen eine konstituierende Rolle. Man kann Leni Hoffmanns Farbinstallation als autonomes Kunstwerk sehen und wahrnehmen. Gleichzeitig ist das Wandbild wie beiläufig in den Pausenalltag der Ministeriumsmitarbeiter eingebunden und insofern auch eine im Stillen und „nebenbei“ wirkende „Kunst am Bau“. MS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel (Autor), BMVBS (Hrsg.): Dokumentation von 50 Kunst-am-Bau-Werken, BMVBS-Online-Publikation 05/2013.

Weiterführende Literatur:
Kunst am Bau. Projekte des Bundes 2006-2013, hrsg. v. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Berlin 2014.


Wandarbeit
Wasserschüttung, Armierputz, Kipplack auf Wand
ca. 340 x 700 cm und ca. 340 x 200 cm
32.000 €
nicht-offener Wettbewerb / Einladungswettbewerb mit 7 Teilnehmern

Haus 24 (Kantine)
Stirnwand und rechte Seitenwand des Speisesaals
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstlerin : Leni Hoffmann

Leni Hoffmann, geboren 1962 in Bad Pyrmont, ist bildende Künstlerin. Sie studierte 1982-1987 an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und war Meisterschülerin von Georg Karl Pfahler. Zwischen 1996 und 2002 hatte sie Gastprofessuren an den Kunstakademien von Lyon, Nürnberg, Frankfurt a. Main und Karlsruhe inne, seit 2002 bekleidet sie eine ordentliche Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. 2003 erhielt sie ein Stipendium der Villa Massimo, 1993/94 wurde Leni Hoffmann mit dem Ars Viva-Preis, 2007 mit dem Gabriele-Münter-Preis ausgezeichnet. Kunst am Bau realisierte sie 2011 für den zweiten Dienstsitz des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in Bonn.

Haus 24 (Kantine)

Architektur: N. N.
Bauzeit: 1936 / 2012

Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Rochusstraße 1
53123 Bonn
Nordrhein-Westfalen

Das vom Arbeitsministerium als Kantine genutzte Haus 24 (ehemals Haus V) ist ein Bestandsbau der ehemaligen Troilokaserne von 1936. Bereits Anfang der 1980er-Jahre wurde das Gebäude umgebaut, eine grundlegende Sanierung mit Anbau eines Speisesaals an der Südseite erfolgte 2010-2012 durch das Planungsbüro Rohling aus Osnabrück.