Robert Schad: Courante (Vom Lauf der Dinge) 2001

  • Robert Schad: Courante (Vom Lauf der Dinge), 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / André Kirchner (2001)

    Robert Schad: Courante (Vom Lauf der Dinge), 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / André Kirchner (2001)

  • Robert Schad: Courante (Vom Lauf der Dinge), 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / André Kirchner (2001)

    Robert Schad: Courante (Vom Lauf der Dinge), 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / André Kirchner (2001)

  • Robert Schad: Courante (Vom Lauf der Dinge), 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / André Kirchner (2001)

    Robert Schad: Courante (Vom Lauf der Dinge), 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / André Kirchner (2001)

  • Robert Schad: Courante (Vom Lauf der Dinge), 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / André Kirchner (2001)

    Robert Schad: Courante (Vom Lauf der Dinge), 2001 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / André Kirchner (2001)

Das Detlev-Rohwedder-Haus ist benannt nach dem 1991 ermordeten Vorsitzenden der Treuhandanstalt, die hier ihren Sitz hatte. Die wechselvolle Geschichte des Gebäudes begann mit der Errichtung als Reichsluftfahrtministerium in den 1930er-Jahren. Nach dem Krieg beherbergte es als Haus der Ministerien verschiedene DDR-Behörden. Seit 1990 zogen Bundesbehörden ein, u. a. für wenige Jahre die erwähnte Treuhandanstalt. Nach einer umfassenden denkmalgerechten Sanierung durch HPP Architekten ist das Haus seit 1999 Hauptsitz des Bundesfinanzministeriums. Im innen liegenden, vierseitig umschlossenen Hof wurde die preisgekrönte Arbeit „Courante (Vom Lauf der Dinge)“ von Robert Schad (*1953) als Kunst am Bau realisiert. Sie besteht aus drei großen Stahlringen, horizontalen Verbindungselementen und vertikal ausgerichteten Streben, die einen Großteil des Hofes einnehmen. Im Gegensatz zum tatsächlichen Gewicht des massiven Vierkantstahls geht von der Arbeit eine betont freie Dynamik aus, die sich kreisend, vertikal und horizontal vor der streng gegliederten Fassade des Hauses ausbreitet. Trotz der tatsächlichen Massivität und Härte des Materials vermittelt sie einen grazilen und vegetativen Eindruck. Fast meint man, die Momentaufnahme einer flüchtigen Bewegung vor sich zu haben. Schads Plastiken der Werkphase, aus der auch „Courante“ stammt, lassen sich am ehesten mit dem Begriff „skulpturale Zeichnungen“ beschreiben. Der Künstler hat sich für eine abstrakte Verwendung des Materials Stahl entschieden, um sich ganz auf das Lineare zu konzentrieren. „Ich will mit dem Stahl direkt zeichnen (…) Mit dem Schweißen geht es ganz schnell, und man kann sehr spontan auch sehr klar überlegt und konzentriert arbeiten.“ Die Besonderheit von Schads Werk liegt in der Neudefinition der Kunstgattungen Skulptur und Zeichnung. Ist die Zeichnung an einen zweidimensionalen Bildträger gebunden, kann sich die Skulptur im dreidimensionalen Raum entfalten und sogar raumbildend wirken. Die Skulptur hingegen entbehrt meist jeder Spontaneität bei der Umsetzung einer visuellen Vorstellung. Durch die konzeptionelle Vereinigung beider Gattungen gelingt Schad ein neuer Ausdruck, der als Raumzeichnung verstanden werden kann. SvM

Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin (Autoren), BMVBS (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950. BMVBS-Online-Publikation 25/2012.

Weiterführende Literatur:
Kunst am Bau. Die Projekte des Bundes in Berlin, hrsg. v. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen (BMVBW), Berlin 2002, S. 140 ff.
Claudia Büttner (Autorin), BMVBS (Hrsg.): Geschichte der Kunst am Bau in Deutschland, BMVBS-Online-Publikation, Berlin 2011.


Freiplastik / Skulptur
Stahl, Ringe und Vierkantstreben
140.605 €
nicht-offener Wettbewerb / Einladungswettbewerb mit 7 Teilnehmern

Detlev-Rohwedder-Haus
nördlicher Innenhof
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler: Robert Schad

Robert Schad, geboren 1953 in Ravensburg, ist ein deutscher Bildhauer. Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Großer Preis der II. Internationalen Biennale für Bildhauerei in Obidos/Portugal (1989). Seit 2000 wohnhaft in Larians/Frankreich, dort 2003 Eröffnung eines eigenen Skulpturenparks „Parc de Sculpture de Larians“. Kunst im öffentlichen Raum und Kunst am Bau, u. a. „Stuttgarter Weg“, Landtag Stuttgart (1986), Deutsche Botschaften Moskau/Russland und Kathmandu/Nepal (1992), Kruzifix für den Pilgerplatz des Santuário de Fátima/Portugal (2007).

Detlev-Rohwedder-Haus

Architektur: Ernst Sagebiel
Bauzeit: 1935-36

Bundesministerium der Finanzen
Wilhelmstraße 97
10117 Berlin

Das 1935-36 von Ernst Sagebiel als Reichsluftfahrtministerium errichtete Detlev-Rohwedder-Haus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst von der sowjetischen Militäradministration und ab 1950 von der DDR als "Haus der Ministerien" genutzt. 1990 war darin zunächst die Treuhandanstalt untergebracht, seit 1999 ist es Dienstsitz des Bundesfinanzministeriums.