Katharina Grosse : o. T. (Wandarbeit) 2011

  • Katharina Grosse: o. T. (Wandarbeit), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Jens Ziehe (2012)

    Katharina Grosse: o. T. (Wandarbeit), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Jens Ziehe (2012)

  • Katharina Grosse: o. T. (Wandarbeit), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Jens Ziehe (2012)

    Katharina Grosse: o. T. (Wandarbeit), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Jens Ziehe (2012)

  • Katharina Grosse: o. T. (Wandarbeit), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Jens Ziehe (2012)

    Katharina Grosse: o. T. (Wandarbeit), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Jens Ziehe (2012)

  • Katharina Grosse: o. T. (Wandarbeit), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Jens Ziehe (2012)

    Katharina Grosse: o. T. (Wandarbeit), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Jens Ziehe (2012)

  • Katharina Grosse: o. T. (Wandarbeit), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Jens Ziehe (2012)

    Katharina Grosse: o. T. (Wandarbeit), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Jens Ziehe (2012)

  • Katharina Grosse: o. T. (Wandarbeit), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Jens Ziehe (2012)

    Katharina Grosse: o. T. (Wandarbeit), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Jens Ziehe (2012)

  • Katharina Grosse: o. T. (Wandarbeit), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Jens Ziehe (2012)

    Katharina Grosse: o. T. (Wandarbeit), 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Jens Ziehe (2012)

Für den neuen Dienstsitz des Umweltministeriums – ein generalsanierter Altbau mit sechsstöckigem Erweiterungsbau – wurde für die Gestaltung des Foyers vor dem Großen Sitzungssaal im fünften Obergeschoss des Altbaus ein nicht-offener Realisierungswettbewerb mit acht Teilnehmern durchgeführt. Prämiert wurde ein Entwurf von Katharina Grosse (Jahrgang 1961), die sich einer Art „erweiterter Malerei“ widmet, die traditionelle Bildkonzepte hinter sich lässt und sich in oft spektakulären Dimensionen dem Raum zuwendet. Auf der etwa 36 Meter langen und vier Meter hohen Foyerwand des Umweltministeriums hat sie mit einer kompressorbetriebenen Spritzpistole in mehreren Schichten eine abstrakt-expressive Malerei aus Acrylfarben angebracht, die „den Flur in einer zusammenfassenden Bewegung durchfluten“ (K. Grosse) soll.
Das insgesamt 60 Meter lange, sich vor dem Sitzungssaal zusätzlich verengende Foyer bildet unter der steil ansteigenden Schräge des Walmdachs einen Gang, dessen Enge eine Totalansicht des Bildes verhindert. Dennoch offenbart die Arbeit, wenn man an ihr entlang geht, einen fast nach den Regeln des klassischen Dramas verlaufenden Spannungsaufbau. Auf die Exposition mit lilafarbenen parallelen Streifen, unbehandelten Wandflächen und langen, weit geschwungenen Schlaufen folgt im Mittelteil vor dem Sitzungssaal ein spannungsgeladenes, vielfarbiges Dickicht aus Flächen, Bahnen, Schraffuren und Schlingen, das sich anschließend, zur südlichen Seite hin, dann wieder in einfarbigen und allmählich verblassenden schraffierten, schönlinigen Ösenformen lichtet.
Die mit körperlicher Verve realisierte Sprühmalerei gibt sich den Anschein einer Rebellion, die über die Ausprägungen der Architektur hinwegfegt, wobei weder die gesprayten Gesten noch deren aufweichende Konturen oder die herunterrinnenden Farbnasen die architektonischen Grenzen überschreiten. Dennoch gibt die mit den architektonischen Vorgaben, mit der Bewegung des Betrachtenden und auch den natürlichen Lichtverhältnissen interagierende Malerei gegenüber der Architektur den Ton an. Sie definiert und bildet Raum und spricht die Mitarbeiter und Besucher des Ministeriums in einer unentrinnbaren Ganzheitlichkeit der Wahrnehmung der Umgebung an. MS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel (Autor), BMVBS (Hrsg.): Dokumentation von 50 Kunst-am-Bau-Werken, BMVBS-Online-Publikation 05/2013.

Weiterführende Literatur:
Kunst am Bau. Projekte des Bundes 2006-2013, hrsg. v. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Berlin 2014.


Wandarbeit
Sprüharbeit, Acrylfarben, Firnis
ca. 4 x 36 m
80.000 €
nicht-offener Wettbewerb / Einladungswettbewerb mit 8 Teilnehmern

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Foyerwand im 5. OG vor dem Großen Sitzungssaal
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstlerin : Katharina Grosse

Katharina Grosse wurde 1961 in Freiburg im Breisgau als Tochter einer Künstlerin und eines Germanisten geboren. Sie studierte an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf bei Norbert Tadeusz und Gotthard Graubner und wurde 2000-2010 als Professorin an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee berufen. Seit 2010 ist sie Professorin für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf und lebt und arbeitet in Berlin. Katharina Grosse verwendet für ihre Malerei eine kompressionsbetriebene Spritzpistole. Mit ersten Wandarbeiten in dieser Technik erregte Grosse 1998 in Sydney/Australien bei der 11th Biennale of Sydney großes Aufsehen. Ihre gestische Farbmalerei hat seither zahlreiche Orte der Kunst in Australien, den USA und Europa grundlegend umdefiniert. Museen, Privathäuser, Plakatflächen, Treppenhäuser, Kantinen und Trainingsräume wurden von ihr bearbeitet, um Kontrapunkte und Irritationen sowie eine veränderte Wahrnehmung der Wirklichkeit herzustellen.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Architektur: Geier Maass Pleuser Architekten
Bauzeit: 2007-2010

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Stresemannstraße 128-130
10117 Berlin

Denkmalgeschützter Altbau 1913-1916 errichtet, bis zum Ende des 2. Weltkriegs vom Preußischen Landwirtschaftsministerium genutzt, danach von der Konsumgenossenschaft der DDR übernommen; für das Bundesumweltministerium 2007-2010 von Jürgen Pleuser hergerichtet und durch einen Neubau entlang der Erna-Berger-Straße erweitert.