Klaus Bösselmann : o. T. (Toranlage) 1983

  • Klaus Bösselmann: o. T. (Toranlage), 1983 / © Klaus Bösselmann; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Klaus Bösselmann: o. T. (Toranlage), 1983 / © Klaus Bösselmann; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

  • Klaus Bösselmann: o. T. (Toranlage), 1983 / © Klaus Bösselmann; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Klaus Bösselmann: o. T. (Toranlage), 1983 / © Klaus Bösselmann; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

  • Klaus Bösselmann: o. T. (Toranlage), 1983 / © Klaus Bösselmann; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Klaus Bösselmann: o. T. (Toranlage), 1983 / © Klaus Bösselmann; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

Die immer subtilere Differenzierung zwischen künstlerischen und kunsthandwerklichen Aktivitäten und Qualitäten hat zu einer Hierarchisierung geführt. Diese und auch der Gestaltungsdrang vieler Architekten lässt Kunsthandwerkern bei Kunst-am-Bau-Projekten wenig Chancen. Nur selten werden sie systematisch in die Verfahren einbezogen und beauftragt. Der Kunstschmied Klaus Bösselmann (*1942) bildet zur Regel eine gewisse Ausnahme. Zu seinen Arbeiten gehören Ausleger, Leuchter, Turmkreuze wie auch Geländer und Gitter oder Objekte, Windspiele und Tore. Als Kunst an Bauten des Bundes schuf Bösselmann 1978 die Außenschrift der Blücherkaserne in Aurich. Eine gewölbte dekorative Scheibe ziert seit 1976 die äußere Eingangswand eines Institutes der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Für die Wasserstraßen- und Schifffahrtsdirektion in Verden hat Bösselmann anlässlich der Erweiterung des Dienstgebäudes 1987 ein Eingangstor geschaffen, dessen beredte Form den Bug eines Binnenschiffes aufgreift.
Für die Anfang der 1960er-Jahre erstellten, später erweiterten und 2007 durch das Architekturbüro Beyer + Freitag & Partner modernisierten Haupt- und Nebengebäude der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Aurich erhielt Klaus Bösselmann 1983 einen direkten Auftrag. Nach den Grundsätzen des Bauhauses hat er Form und Funktion in einen direkten Zusammenhang gebracht und passend zum Aufgabenbereich der Behörde das schmiedeeiserne Einfahrtstor am Übergang zwischen zwei Gebäudeteilen unterschiedlicher Geschosshöhe in einer offenen Wellensymbolik gestaltet. Bei einer Höhe von über dreieinhalb Metern und einer Breite von viereinhalb Metern hat er fünf verschieden geschnittene, spiegelsymmetrisch angeordnete Blechwellen an 20er Rundstäben befestigt. Die Toranlage ist in eindeutiger Beziehung nicht nur geformt, sondern – eine Innovation im künstlerischen Umgang mit Eisen – auch lackiert: Das Blau ist selbstverständlich eine signethafte Referenz an das Element Wasser. MS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel / Johannes Stahl (Autoren), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes von 1980 bis 2010. BBSR-Online-Publikation 13/2014, Bonn, Dezember 2014.


Toranlage
geschmiedetes Eisen, 12 mm starkes Blech, 20er Rundstäbe
370 x 450 cm
16.162 €
Direktvergabe

Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Aurich
Hofzufahrt zwischen Hauptgebäude und Erweiterungsbau
öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler : Klaus Bösselmann

Der Kunstschmied Klaus Bösselmann, geboren 1942 in Danzig, studierte nach seiner Meisterprüfung im Schlosserhandwerk von 1962 bis 1968 an der Werkkunstschule in Aachen. Seither ist er als freischaffender Künstler tätig, zudem arbeitete er bis 2002 als Kunsterzieher an einem Gymnasium. Zu seinen Tätigkeitsbereichen gehören Neuherstellungen und Restaurierungen. Im Auftrag des Bundes entstanden als Kunst am Bau u. a. eine gewölbte Scheibe aus Corten-Stahl für die Physikalisch-Technische Bundesanstalt PTB in Braunschweig (1976), eine Außenschrift in Brennschneidetechnik für die Blücherkaserne, Aurich (1978), sowie eine Toranlage der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Verden (1987).

Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Aurich

Architektur: Staatshochbauamt Aurich
Bauzeit: 1960er

Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Aurich
Schloßplatz 9
26603 Aurich
Niedersachsen

Das Wasser- und Schifffahrtsamt wurde Anfang der 1960er-Jahre im Stadtzentrum von Aurich eingerichtet. 2007 erfolgte die Neugestaltung der Bestandsbauten durch Beyer + Freitag & Partner, Emden/Aurich.