Horst Rave : o. T. (Wandgestaltung) 1988

  • Horst  Rave: o. T. (Wandgestaltung), 1988 / © Horst  Rave; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Horst Rave: o. T. (Wandgestaltung), 1988 / © Horst Rave; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Horst  Rave: o. T. (Wandgestaltung), 1988 / © Horst  Rave; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Horst Rave: o. T. (Wandgestaltung), 1988 / © Horst Rave; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Horst  Rave: o. T. (Wandgestaltung), 1988 / © Horst  Rave; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Horst Rave: o. T. (Wandgestaltung), 1988 / © Horst Rave; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

Horst Raves Wandgestaltung für das ehemalige Ministerium für Post und Telekommunikation in Bonn befindet sich im dritten Geschoss des massiven und verzweigten Baukörpers und nimmt die gesamte Länge der Stirnwand des Foyers mitsamt einer halbrunden Konche in der Mitte ein. Die abstrakte farbige Gestaltung findet damit fast die gleichen Ausgangsbedingungen vor wie die Arbeiten von Peter Tutzauer oder Hellmuth Eichner in den anderen Geschossen. Neben dem optischen Leitsystem von Stankowski + Duschek dienen alle Gestaltungen zumindest auch der Orientierung, wenn die aus dem Lift Kommenden bereits an der umfassenden künstlerischen Gestaltung erkennen können, auf welcher Ebene sie sich befinden.
Die Verschiebung und Überlagerung geometrischer Farbfelder war für Horst Rave ein klassisches Betätigungsfeld, dem er in Malerei, Skulptur und in Computerarbeiten nachgegangen ist. Das Übereinanderschieben erzeugt Mischfarben – gerade so, als überlagerten sich farbige Folien wie im Filmtrick oder verschiedenfarbiges Licht wie in der Bühnenbeleuchtung oder der Videotechnik. Im kleinen Format auf Papier hatte Rave lasierend aufgetragene Aquarellfarben verwendet, um den gleichen Effekt in einem anderen künstlerischen Medium zu erzielen. Im Umweltministerium hat er diese Ergebnisse in den großen Maßstab einer Wandgestaltung übertragen. Das bringt eigene Gesetze mit sich: Hier geht es um Wirkungen in den Raum, um die Frage, inwieweit das Außenlicht und das empfundene Licht der Malerei eine Wechselwirkung eingehen.
Rave legte vor der eigentlichen Wand ein Wandpaneel als Bildträger an. Auf ihm bildet ein gelber Fond als farbliche Basis den konstanten Partner aller anderen Farbtöne. Die darauf aufgetragenen Farben bauen in wechselnden Überlagerungen hierzu Spannungen auf: ein warmtoniges Rot in der zentralen Konche, zu den Verzweigungen der Gebäudeflügel hin Grüntöne und sogar Violett – als Komplementärfarbe und größtmöglicher Kontrast innerhalb der Farbskala. Der Arbeit gelingt der Spagat zwischen einem auch gedanklich abstrakten, farbgrammatischen Ansatz und einer Raumfassung, die Atmosphäre erzeugt und den Raum geradezu zum Leuchten bringt. MS/JS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel / Johannes Stahl (Autoren), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes von 1980 bis 2010. BBSR-Online-Publikation 13/2014, Bonn, Dezember 2014.


Wandarbeit
Farbe auf MDF-Platten
wandfüllend
nicht-offener Wettbewerb / Einladungswettbewerb mit 50 Teilnehmern

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Halle 3. OG
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler : Horst Rave

Horst Rave (1941 Berlin - 2009 Bonn) war ein deutscher Künstler. In der gegenstandslosen Malerei verankert, hat Rave eine Vielfalt unterschiedlicher Medien bis hin zu Computergrafiken genutzt. Kunst am Bau von ihm ist vergleichsweise selten. Er bearbeitete die Publikation „Bau Kunst Verwaltung“ (Karlsruhe 1984), die ein erstes größeres Resümee der Kunst am Bau zog.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Architektur: Heinle, Wischer und Partner Architekten
Bauzeit: 1983-1987

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
Nordrhein-Westfalen

1978 bundesweiter Ideenwettbewerb für den Neubau von Bundesverkehrsministerium und Bundespostministerium, 1980 Realisierungswettbewerb für das Bundespostministerium, 1987 Fertigstellung. Seit Auflösung des Bundespostministeriums 1997 wird das Gebäude vom Bundesumweltministerium genutzt.