Antje Schiffers : o. T. 2008

  • Antje Schiffers: o. T., 2008 / © Antje Schiffers; Fotonachweis: BBR / Torsten Seidel (2008)

    Antje Schiffers: o. T., 2008 / © Antje Schiffers; Fotonachweis: BBR / Torsten Seidel (2008)

  • Antje Schiffers: o. T., 2008 / © Antje Schiffers; Fotonachweis: BBR / Torsten Seidel (2008)

    Antje Schiffers: o. T., 2008 / © Antje Schiffers; Fotonachweis: BBR / Torsten Seidel (2008)

  • Antje Schiffers: o. T., 2008 / © Antje Schiffers; Fotonachweis: BBR / Thomas Sprenger (2008)

    Antje Schiffers: o. T., 2008 / © Antje Schiffers; Fotonachweis: BBR / Thomas Sprenger (2008)

  • Antje Schiffers: o. T., 2008 / © Antje Schiffers; Fotonachweis: BBR / Thomas Sprenger (2008)

    Antje Schiffers: o. T., 2008 / © Antje Schiffers; Fotonachweis: BBR / Thomas Sprenger (2008)

  • Antje Schiffers: o. T., 2008 / © Antje Schiffers; Fotonachweis: BBR / Torsten Seidel (2008)

    Antje Schiffers: o. T., 2008 / © Antje Schiffers; Fotonachweis: BBR / Torsten Seidel (2008)

Die vom Berliner Architekturbüro André Janka geplanten und durchgeführten Um- und Neubauten der Deutschen Botschaft in Duschanbe sind Ausdruck der engen Beziehungen zwischen Tadschikistan und Deutschland. Bei der 2008 eröffneten umgebauten, sanierten und erdbebensicher ertüchtigten Kanzlei, die sich auf einem mehr als 8.000 Quadratmeter großen baumbestandenen Grundstück befindet, das die Bundesrepublik im Jahre 2004 erworben hat, handelt es sich um ein saniertes, langgestrecktes, zweigeschossiges Gebäude aus den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. An dessen Ostseite befindet sich die hochfrequentierte Visastelle mit der Kunst am Bau der Berliner Künstlerin Antje Schiffers (Jahrgang 1967).
Auf die Außenwand hat Schiffers eine etwa 880 Zentimeter breite und 650 Zentimeter hohe Ansicht einer Stadtlandschaft angebracht, die mit der 180 Zentimeter breiten und 274 Zentimeter hohen Ansicht eines Tisches im Foyer der Visastelle korrespondiert. Der Putz als Hintergrund der Malerei schafft ein eigenes, gegen den Fassadenanstrich klar abgesetztes Bildfeld. Dennoch hält sich das Fresko nicht an die Vorgaben der Architektur und setzt die Malerei an den künstlerisch neuralgischen Punkten des Eingangs und des darüber befindlichen Fensters einfach aus. Die summarische Erfassung der Motive, das Skizzenhafte und die tuschezeichnungsähnliche Beschränkung auf Umriss, Schwarz und indifferente Schatten verleihen dem Bild etwas Flüchtiges und Temporäres. Dadurch ist die Bildwelt einfach lesbar und schafft im Verzicht auf Pathos, Gesten und ausgeklügelte Bildstrategien Nähe. Die Ikonographie beschränkt sich mit wenigen Motiven und Notaten auf eine Stadtlandschaft mit dem Habitus einer untergehenden Moderne. Straßen, Hochhäuser, Bäume und Laternen führen eine gebaute Umwelt vor Augen, die es in Deutschland gibt, die es aber auch in Tadschikistan und anderswo gibt oder geben könnte. So will die Bildwelt des Freskos vielleicht übertriebene Erwartungen der Visa-Antragssteller aus Tadschikistan, dem kleinsten und ärmsten der zentralasiatischen GUS-Staaten, dämpfen und betont „im Sinne einer freundlichen, den Menschen zugewandten Erscheinung der Konsularabteilung“ in der Kunst-am-Bau-Gestaltung „das Gemeinsame, nicht das Trennende“ (Antje Schiffers). Im Motiv des mit Tischtuch, Gläsern, Krug und Pflanze gedeckten Tisches im Foyer klingt das Thema „Gastfreundschaft“ an. MS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel (Autor), BMVBS (Hrsg.): Dokumentation von 50 Kunst-am-Bau-Werken, BMVBS-Online-Publikation 05/2013.

Weiterführende Literatur:
Kunst am Bau. Projekte des Bundes 2006-2013, hrsg. v. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Berlin 2014.


Wandarbeit
schwarze Farbe auf leicht getöntem Putz
ca. 650 cm x 880 cm (außen); ca. 180 x 274 cm (Foyer)
30.800 €
nicht-offener Wettbewerb / Einladungswettbewerb mit 5 Teilnehmern

Deutsche Botschaft Duschanbe, Kanzlei
Außenfassade und Foyer der Visastelle
während der Öffnungszeiten zugänglich

Künstlerin : Antje Schiffers

Antje Schiffers, geboren 1967 in Heiligendorf, ist bildende Künstlerin. Sie studierte von 1987 bis 1995 Kunst, Germanistik und Philosophie an der Hochschule für Bildende Künste und der TU Braunschweig, 1997 war sie Meisterschülerin an der Kunsthochschule Braunschweig. Ihre Malereien, Zeichnungen, Konzepte und Aktionen entstehen in der programmatischen Auseinandersetzung mit den Verhältnissen vor Ort, mit dem Publikum, den jeweiligen gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Bedingungen und unterschiedlichen sozialen Gruppen. In Umlauf gelangen die Arbeiten von Schiffers oft auf Tauschbasis für andere erbrachte Leistungen, zu denen neben zur Verfügung gestellten Texten oder Videos auch Alltagsgegenstände oder „Gastfreundschaft" gehören. So knüpft Schiffers ein komplexes Netz wechselseitiger künstlerischer und lebensweltlicher Durchdringungen, das nicht zuletzt die Reflektion über den „Wert" von künstlerischer und nichtkünstlerischer Arbeit zum Inhalt hat. Kunst am Bau realisierte sie für die Kanzlei der Deutschen Botschaft in Duschanbe/Tadschikistan (2008).

Deutsche Botschaft Duschanbe, Kanzlei

Architektur: Architekturbüro André Janka
Bauzeit: 2006-2008

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
ul. I. Somoni 59/1
734064 Duschanbe
Tadschikistan

Die umgebaute, sanierte und erdbebensicher ertüchtigte Kanzlei wurde 2008 eröffnet, 2010 wurde der Neubau der Residenz fertig gestellt.