Regina Kochs : Vernetzung 2011

  • Regina Kochs: Vernetzung, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Forschungszentrum Jülich (2011)

    Regina Kochs: Vernetzung, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Forschungszentrum Jülich (2011)

  • Regina Kochs: Vernetzung, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Forschungszentrum Jülich (2011)

    Regina Kochs: Vernetzung, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Forschungszentrum Jülich (2011)

  • Regina Kochs: Vernetzung, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Forschungszentrum Jülich (2011)

    Regina Kochs: Vernetzung, 2011 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: Forschungszentrum Jülich (2011)

Das Forschungszentrum Jülich zählt zu den größten Einrichtungen seiner Art in Europa. Erstmals hat man hier 2010 Kunst am Bau umgesetzt. Für die Kunst der German Research School for Simulation Sciences, die Natur- und Ingenieurwissenschaftlern die Möglichkeit der Weiterqualifizierung in der Computersimulation und entsprechende Studiengänge bietet, schlug jeder der neun Bezirksverbände des BBK-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen einen Künstler vor, von denen der Landesvorstand vier Künstler zum Wettbewerb einlud. Die als Architektin ausgebildete Kölner Künstlerin Regina Kochs (Jahrgang 1965) konnte die Jury mit ihrem Entwurf für eine Fassadenmalerei auf Acrylbasis überzeugen.
Bei der „Vernetzung” handelt es sich um eine (rechts abgeschnittene) kreisrunde Fläche, die das große, von zwei Fenstern durchbrochene Wandstück neben dem Eingang des fächerförmigen Gebäudes schmückt. Das Bild repräsentiert das Gebäude und stiftet Identität. Die künstlerische Idee des Kreises und der durchlaufenden Farbbahnen erschließt sich von selbst. Der Kreis als ecken- und kantenlose Idealform steht allgemein für Ganzheitlichkeit, Ordnung und formale Perfektion. Darüber hinaus ist er ein Sinnbild der globalen „Vernetzung“, das sich als Weltsymbolik auch auf dem Logo der German Research School findet. Die gelblich-grünen Linien können als Forschungsansätze gelesen werden, die die hier zusammenarbeitenden Studenten und Wissenschaftler verfolgen.
Regina Kochs’ emblematische Arbeit kommuniziert mit der Architektur, insbesondere dem Rund des überstehenden Daches. Dabei verhält sich die Malerei wie eine in die Vertikale gekippte flächige Paraphrase des zu Ende gedachten fächerförmigen (und auf der Westseite tatsächlich erweiterbaren) Baukörpers. Eine tragende Rolle spielt die Farbe. Der erdige Rotton des Grundes bezieht sich formal auf die orangefarbenen Wandscheiben und thematisch sozusagen als Humus auf das Welt- und Forschungssymbol des Kreises. Die Schnittpunkte der den Kreis durchlaufenden Stränge sind als „Signalpunkte“, als Momente der geglückten Zusammenarbeit und der gelungenen Verknüpfung von Forschungsansätzen und Forschungsergebnissen hellfarbig hervorgehoben. MS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel (Autor), BMVBS (Hrsg.): Dokumentation von 50 Kunst-am-Bau-Werken, BMVBS-Online-Publikation 05/2013.


Fassadenarbeit
Grundierung, Maskierung und Bemalung mit Fassadenfarbe auf Acrylbasis
Ø 750 cm
22.400 €
nicht-offener Wettbewerb / Einladungswettbewerb mit 4 Teilnehmern

German Research School for Simulation Sciences (Gebäude 16.15)
Außenfassade
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstlerin : Regina Kochs

Regina Kochs, geboren 1965 in Köln, ist bildende Künstlerin und Architektin. Von 1985 bis 1992 studierte sie Architektur an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen und an der Technischen Universität Wien sowie Bildnerisches Gestalten ebenfalls an der RWTH Aachen. Von 1988 bis 1997 arbeitete sie in Architekturbüros in Wien, Köln und Berlin. Nach einem Arbeitsaufenthalt 1997/98 in Edinburgh/Schottland richtete sie 1999 ihr Atelier in Köln ein und ist seitdem als freischaffende Künstlerin tätig. Kochs realisierte diverse Kunst-am-Bau-Projekte, u. a. für eine Kindertagesstätte in Koblenz, die Polizeiinspektion Ansbach und 2011 die Fassadenarbeit „Vernetzung“ für das Forschungszentrum Jülich.

German Research School for Simulation Sciences (Gebäude 16.15)

Architektur: iproplan Planungsgesellschaft mbH
Bauzeit: 2010

Forschungszentrum Jülich
Wilhelm-Johnen-Straße
52428 Jülich
Nordrhein-Westfalen

Das Lehrgebäude der German Research School for Simulation Sciences, eines Gemeinschaftsprojekts der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und des Forschungszentrums Jülich, wurde 2010 im nördlichen Bereich des weitläufigen Campus errichtet.