Hans Neubert : Sinn und Praxis der Virologie 1960

  • Hans Neubert: Sinn und Praxis der Virologie, 1960 / Fotonachweis: FLI / Mandy Jörn (2020)

    Hans Neubert: Sinn und Praxis der Virologie, 1960 / Fotonachweis: FLI / Mandy Jörn (2020)

  • Hans Neubert: Sinn und Praxis der Virologie, 1960 / Fotonachweis: FLI / Mandy Jörn (2020)

    Hans Neubert: Sinn und Praxis der Virologie, 1960 / Fotonachweis: FLI / Mandy Jörn (2020)

  • Hans Neubert: Sinn und Praxis der Virologie, 1960 / Fotonachweis: FLI / Mandy Jörn (2020)

    Hans Neubert: Sinn und Praxis der Virologie, 1960 / Fotonachweis: FLI / Mandy Jörn (2020)

  • Hans Neubert: Sinn und Praxis der Virologie, 1960 / Fotonachweis: FLI / Mandy Jörn (2020)

    Hans Neubert: Sinn und Praxis der Virologie, 1960 / Fotonachweis: FLI / Mandy Jörn (2020)

  • Hans Neubert: Sinn und Praxis der Virologie, 1960 / Fotonachweis: FLI / Mandy Jörn (2020)

    Hans Neubert: Sinn und Praxis der Virologie, 1960 / Fotonachweis: FLI / Mandy Jörn (2020)

  • Hans Neubert: Sinn und Praxis der Virologie, 1960 / Fotonachweis: FLI / Mandy Jörn (2020)

    Hans Neubert: Sinn und Praxis der Virologie, 1960 / Fotonachweis: FLI / Mandy Jörn (2020)

  • Hans Neubert: Sinn und Praxis der Virologie, 1960 / Fotonachweis: BBL-MV / Alexander Ludwig Obst & Marion Schmieding (2014)

    Hans Neubert: Sinn und Praxis der Virologie, 1960 / Fotonachweis: BBL-MV / Alexander Ludwig Obst & Marion Schmieding (2014)

Das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) betreibt Forschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten landwirtschaftlicher Nutztiere und verwandter Wissenschaften. Auf der Insel Riems bei Greifswald wurde das erste Institut für Tiergesundheit von Friedrich Loeffler 1910 im Auftrag des preußischen Kultusministeriums zur Erforschung der virusbedingten Maul- und Klauenseuche (MKS) gegründet. Die ersten baulichen Aktivitäten stammen aus dem Jahr der Institutsgründung und haben mehrere Erweiterungen über die Jahrzehnte erlebt. Von 1925 bis 1930 erhielt die Insel im Zuge eines umfassenden Ausbaus der „Staatlichen Forschungsanstalt Insel Riems“ einen großen mehrteiligen und auch in sich geschlossenen MKS-Komplex mit Laboren, einer Serumabteilung für die enorm gesteigerte Impfstoff-(Vakzine)-Produktion sowie einigen Tierställen. Zur Zeit des Nationalsozialismus erfolgten abermals umfangreiche Bauarbeiten. 1940 konnte das Hauptgebäude der Forschungseinrichtung bezogen werden, ein langgestreckter, zweigeschossiger Bau, streng symmetrisch ausgebildet mit einem großzügigen Treppenhaus. Der Eingangsbereich wurde mit Kalksteinplatten verkleidet. Der zehnteilige Wandbildzyklus „Sinn und Praxis der Virologie“ für das Foyer von Hans Neubert (1924–2011) entstand in den Jahren 1957 bis 1960 im Auftrag der Deutschen Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR. Der Zyklus sollte ein realistisches Bild der damaligen Forschungsarbeit des Friedrich-Loeffler-Instituts widerspiegeln. Neubert orientierte sich bei den dargestellten Personen an damaligen Mitarbeitern, ohne diese direkt abzubilden. Der Zyklus zeigt eine detaillierte und umfassende Widergabe des Arbeitsfeldes der Wissenschaftler am Institut, bestehend aus den zehn großformatigen Bildern: „Sektion eines Versuchsrindes“, „Histologische Untersuchung“, „Impfung eines Kaninchens“, „Nachwuchsausbildung an der Ultrazentrifuge“, „Vorbereitung der Elektrophorese eines Serums“, „Arbeit am Elektronenmikroskop“, „Viruszüchtung in der Zellkultur“, „Herstellung der Kristallviolett-Vakzine gegen Schweinepest“, „Herstellung von MKS-Konzentrat-Vakzine“ und „Wissenschaftlicher Meinungsstreit und Erfahrungsaustausch“. Neuberts Stil ist der klassischen Moderne verpflichtet, Einflüsse von Max Beckmann sind in den starken Konturen und der Dichte der Komposition erkennbar. Die von Neubert gewählten Motive des Wandbildzyklus zeigen keine Idealisierung der Szenerie oder deutliche Verfremdungen und transportieren so realistisch die professionelle Arbeitsatmosphäre. LK

Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin / Anna-Sophie Laug / Lisa Kreft (Autoren), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.): Kurzdokumentation von 150 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950, BBSR-Online-Publikation 02/2019, März 2019.

Weiterführende Literatur:
70 Jahre Kunst am Bau in Deutschland, Ausstellungskatalog, hrsg. v. Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat und dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Berlin 2020.
Witt, Detlef, Die Kunst auf der Insel Riems: Malerei und Plastik von Fritz Cremer, Heinrich Drake, Waldemar Grzimek, Hans Neubert, Hans Prütz, Walter Wadephul und Matthias Wegehaupt, hrsg. vom Friedrich-Loeffler-Institut Insel Riems, Greifswald 2010.


Wandarbeit
Öl auf Leinwand

Karreegebäude (Hauptgebäude)
Foyer und das Treppenhaus im Haupthaus
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler : Hans Neubert

Hans Neubert (1924 in Dresden – 2011 in Feldafing) war ein deutscher Maler und Grafiker. Nach einer Lithografenlehre im Unternehmen Meinhold & Söhne begann er 1941/1942 ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Dresden, das er wegen Kriegsdienst und Gefangenschaft bis 1947 unterbrechen musste und 1949 ohne Abschluss beendete. Neben dem Wandzyklus auf der Insel Riems illustrierte Neubert mehrere Bücher. 1961 übersiedelte er nach West-Berlin und lebte bis zu seinem Tod in der Bundesrepublik. Sein Hauptinteresse galt „Menschenbildern“ und Landschaftsbildern. Er schuf zahlreiche Porträts von Künstlern wie Hermann Hesse, Elvis Presley und Billie Holiday sowie von Professor Heinz Röhrer, Wissenschaftler am Institut für Tiergesundheit.

Karreegebäude (Hauptgebäude) Greifswald - Insel Riems

Karreegebäude (Hauptgebäude)

Architektur: Itten+Brechbühl AG, Basel und Rauh Damm Stiller Partner, Greifswald
Bauzeit: 2011-2013

Friedrich-Loeffler-Institut
Südufer 10
17493 Greifswald - Insel Riems
Mecklenburg-Vorpommern

Das von 1940 stammende Hauptgebäude wurde 2012-2015 denkmalgerecht saniert und durch ein Konferenzgebäude erweitert, das neben den Verwaltungs- und Veranstaltungsräumen auch die Bibliothek und die Kantine beherbergt.