Ingeborg Schäffler-Wolf : o. T. (Gobelin) 1982

  • Ingeborg Schäffler-Wolf: o. T. (Gobelin), 1982 / © Ingeborg Schäffler-Wolf; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Ingeborg Schäffler-Wolf: o. T. (Gobelin), 1982 / © Ingeborg Schäffler-Wolf; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

  • Ingeborg Schäffler-Wolf: o. T. (Gobelin), 1982 / © Ingeborg Schäffler-Wolf; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Ingeborg Schäffler-Wolf: o. T. (Gobelin), 1982 / © Ingeborg Schäffler-Wolf; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

  • Ingeborg Schäffler-Wolf: o. T. (Gobelin), 1982 / © Ingeborg Schäffler-Wolf; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Ingeborg Schäffler-Wolf: o. T. (Gobelin), 1982 / © Ingeborg Schäffler-Wolf; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

  • Ingeborg Schäffler-Wolf: o. T. (Gobelin), 1982 / © Ingeborg Schäffler-Wolf; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Ingeborg Schäffler-Wolf: o. T. (Gobelin), 1982 / © Ingeborg Schäffler-Wolf; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

  • Ingeborg Schäffler-Wolf: o. T. (Gobelin), 1982 / © Ingeborg Schäffler-Wolf; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Ingeborg Schäffler-Wolf: o. T. (Gobelin), 1982 / © Ingeborg Schäffler-Wolf; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

  • Ingeborg Schäffler-Wolf: o. T. (Gobelin), 1982 / © Ingeborg Schäffler-Wolf; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

    Ingeborg Schäffler-Wolf: o. T. (Gobelin), 1982 / © Ingeborg Schäffler-Wolf; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2017)

Für den Sitzungsraum im Leitungsbereich des 1979 errichteten Bundesministeriums des Innern in Bonn wurde 1980 ein beschränkter Kunst-am-Bau-Wettbewerb mit drei Teilnehmern ausgelobt. In der Auslobung vorgegeben war eine „textile Wandgestaltung“, Motivik und Farbe wurde offen gelassen. Da der Sitzungsraum jedoch durch seine Decke eher gedrungen wirkte, schien der Künstlerin eine großflächige, nicht gegenständliche Struktur angebracht. Ingeborg Schäffler-Wolf (1928–2015) ging aus dem Wettbewerb als Siegerin hervor, da ihr Entwurf „sich dem Raum nicht aufdrängt“, so die Jury, sondern sich einfügen und vielfältige Aspekte bieten würde. Die Künstlerin, die in Stuttgart bei Willi Baumeister und in New York studiert hatte, arbeitete seit Mitte der 1950er-Jahre vor allem mit Seide, Gips und Edelstahl. Schäffler-Wolfs Arbeiten gewinnen durch die gegensätzlichen Materialien eine dreidimensionale Qualität. Ihre bewusst eingesetzte Fehlerhaftigkeit (lose Maschen, wohl platzierte Löcher) reflektiert den Rückgang der Weberei in der bildenden Kunst ihrer Zeit und lassen zeitgleich Anklänge an das Bauhaus und an die abstrakte Farbfeldmalerei der 1950er-Jahre erkennen. Auch das Bonner Wandbild entwickelt eine bemerkenswerte Wirkung durch das Aufeinandertreffen von hartem Metall, plastischem Gips und der zarten Seide. Der Eindruck changiert zwischen dem bildhaften zweidimensionalen Charakter und der dreidimensionalen haptischen Wirkung der unterschiedlichen Stoffe. Die sparsam eingewebten Farbnuancen bieten überraschende Akzente, vor allem das in der unteren linken Ecke eingesetzte Rot, das als Blickfang zum genaueren Betrachten der Arbeit einlädt. Durch die unterschiedliche Farbigkeit und Struktur der eingesetzten Materialien wird zudem eine räumliche Tiefenwirkung erzeugt, die auf den Raum ausstrahlt. Das Bundesinnenministerium gab den Seidengobelin an das Bundesbeschaffungsamt in Bonn ab, wo er über zwei Jahrzehnte die Eingangshalle zierte. Seit Dezember 2013 befindet er sich in einem Sitzungsraum im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in Berlin. AS

Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin (Autoren), BMVBS (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950. BMVBS-Online-Publikation 25/2012.


Teppich / Tapisserie
Seidengobelin über Edelstahl gespannt
250 x 340 cm
30.166 €
nicht-offener Wettbewerb / Einladungswettbewerb mit 3 Teilnehmern

Ernst-Reuter-Haus
Sitzungsraum M.021 im Erdgeschoss
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Ingeborg Schäffler-Wolf (1928 Heilbronn - 2015 Heilbronn) absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung in einer mechanischen Weberei, gleichzeitig studierte sie an von 1948-1953 an der Stuttgarter Kunstakademie, u. a. bei Willi Baumeister. Danach folgte ein Studium an der Art Students League und Heirat mit dem Architekten Albert Schäffler in New York. Schäffler-Wolf zählte neben Anni Albers, Sonia Delaunay und Gunta Stölzl zu den renommiertesten Textilkünstlerinnen der Nachkriegszeit. Web- und Gartenarbeiten als öffentliche Aufträge u. a. für die Residenz der Deutschen Botschaft in Teheran, das Goethe-Institut London, das Haus des Landtags Baden-Württemberg in Stuttgart sowie Gartengestaltung des Behördenzentrums Heilbronn. Zahlreiche Preise, darunter Preis der Henry-van-de-Velde-Gesellschaft in Hagen 1961, Anerkennungspreis des Landes Baden-Württemberg 1978.

Ernst-Reuter-Haus

Architektur: Walter Schlempp
Bauzeit: 1938-42

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Straße des 17. Juni 112
10623 Berlin

Das Ernst-Reuter-Haus wurde als Verwaltungsgebäude für den Deutschen Gemeindetag errichtet und kriegsbedingt nicht ganz fertiggestellt. 1951 zog der Deutsche Städtetag ein, Kriegsschäden am Bau wurden 1952-56 durch Architekt Erich Böckler behoben; 1956 Benennung nach dem ersten Regierenden Bürgermeister von Berlin. Weitere Nutzer waren bis 2011 u. a. das Deutsche Institut für Urbanistik, die Senatsbibliothek und der Deutsche Bibliotheksverband. 2011 zog das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung ein.