Günter Grohs: o. T. (Glasgestaltung) 2006

  • Günter  Grohs: o. T. (Glasgestaltung), 2006 / © Günter  Grohs; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

    Günter Grohs: o. T. (Glasgestaltung), 2006 / © Günter Grohs; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

  • Günter  Grohs: o. T. (Glasgestaltung), 2006 / © Günter  Grohs; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

    Günter Grohs: o. T. (Glasgestaltung), 2006 / © Günter Grohs; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

  • Günter  Grohs: o. T. (Glasgestaltung), 2006 / © Günter  Grohs; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

    Günter Grohs: o. T. (Glasgestaltung), 2006 / © Günter Grohs; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

  • Günter  Grohs: o. T. (Glasgestaltung), 2006 / © Günter  Grohs; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

    Günter Grohs: o. T. (Glasgestaltung), 2006 / © Günter Grohs; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

  • Günter  Grohs: o. T. (Glasgestaltung), 2006 / © Günter  Grohs; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

    Günter Grohs: o. T. (Glasgestaltung), 2006 / © Günter Grohs; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

  • Günter  Grohs: o. T. (Glasgestaltung), 2006 / © Günter  Grohs; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

    Günter Grohs: o. T. (Glasgestaltung), 2006 / © Günter Grohs; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

  • Günter  Grohs: o. T. (Glasgestaltung), 2006 / © Günter  Grohs; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

    Günter Grohs: o. T. (Glasgestaltung), 2006 / © Günter Grohs; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2016)

Das Instituts- und Verwaltungsgebäude des Quedlinburger Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen zeigt eine dezent der Landschaft am Fuße des Harzes angepasste, aufgelockerte, zweigeschossige Bebauung mit einer verglasten Eingangshalle und einer Magistrale, an die sich fünf doppelgeschossige Querriegel mit Instituten und Büros andocken. 2005 wurden dafür zwei Kunst-am-Bau-Werke in Auftrag gegeben. TRAK Wendisch schuf Bronzeplastiken für den Hauptweg zum Eingang und eine Installation auf dem Rasen vor der Cafeteria. Im Inneren wurde der Wernigeröder Glasgestalter Günter Grohs tätig. Grohs, ein Hauptvertreter der sogenannten „Halleschen Schule“ moderner Glasmalerei, konzentrierte sich auf die öffentlichen Räume des gläsernen Foyers und der ebenfalls gläsernen Magistrale, von der aus sich die Büros und Institute erschließen.
Für die Fensterpartien ohne Kippflügel entwarf Grohs Glasscheiben, die als sechs Millimeter starke dritte Schicht in den Glaszwischenraum der Pfosten-Riegel-Fassade eingestellt sind und vom Boden bis zur Decke reichen. Die mit einem Sandstrahlautomaten herausgearbeiteten Formen vermeiden erzählende Anklänge und zeigen abstrakte geometrische Muster aus Quer- und Hochrechtecken, vertikal und horizontal angeordneten Bögen und Streifen. Hinzu kommen teilweise amorphe farbige Einsprengsel. Überlagerungen von bearbeiteten Flächen auf der Vorder- und Rückseite führen zu Schattenbildungen. Diese beleben das vielfältige Formenspiel der milchigen und klaren, helleren und dunkleren Partien ebenso wie die wechselnden Lichtverhältnisse und die architektonisch vorgegebenen Sprossenteilungen.
In diesem effektvollen Zusammenwirken entsteht eine Glaskunst, die zwischen Innen und Außen vermittelt und die gläsern aufgehobenen Raumgrenzen ästhetisch akzentuiert. Dabei bleibt die künstlerische Gestaltung architekturbezogen und drängt nicht in den Vordergrund. Sie unterstreicht auf diskrete Weise die Klarheit der Architektur und lässt die grundsätzliche Öffnung der Räume zur Umgebung als feste Größe im Kalkül des architektonischen Entwurfs umso deutlicher erkennen. Aus der Ferne von außen betrachtet wirkt die Gestaltung durchaus hoheitsvoll. Im Inneren dagegen schafft sie, ohne der Heimeligkeit zu verfallen, eine ansprechende und angenehme Atmosphäre. MS/JS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel / Johannes Stahl (Autoren), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes von 1980 bis 2010. BBSR-Online-Publikation 13/2014, Bonn, Dezember 2014.

Weiterführende Literatur:
Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen. Wettbewerb Kunst am Bau 2005, hrsg. von Landesbetrieb Bau Sachsen-Anhalt, Halberstadt o. J.


Glasarbeit
Sandstrahlung und farbige Applikationen auf 6 mm starken ESG-Scheiben
nicht-offener Wettbewerb nach Bewerbungsverfahren mit 16 Teilnehmern

Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Glasfassade des Foyers und Magistrale
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler: Günter Grohs

Günter Grohs, geboren 1958 in Wernigerode, studierte Künstlerische Glasgestaltung an der Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design in Halle (Saale). Er ist einer der wichtigsten Vertreter der sogenannten „Halleschen Schule“ moderner Glasmalerei und seine architekturbezogenen Arbeiten in Kirchen (Halberstädter Dom, Bamberger Dom u. a.), Privathäusern und öffentlichen Gebäuden gehören zu den bekanntesten Glasgestaltungen der Gegenwart. Grohs arbeitet mit Sandstrahl und mit thermisch verformten Gläsern und malerisch behandelten Oberflächen.

Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Architektur: struhk architekten Planungsgesellschaft mbH
Bauzeit: 2003-2006

Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Erwin-Baur-Str. 27
06484 Quedlinburg
Sachsen-Anhalt

2002 Realisierungswettbewerb für einen 15.000 Quadratmeter großen Institutsneubau mit Verwaltungsgebäude und eine fast 9.000 Quadratmeter große Gewächshausanlage