Margret Middell : o. T. (Die Welle) 2006

  • Margret Middell: o. T. (Die Welle), 2006 / © Margret Middell; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Margret Middell: o. T. (Die Welle), 2006 / © Margret Middell; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Margret Middell: o. T. (Die Welle), 2006 / © Margret Middell; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Margret Middell: o. T. (Die Welle), 2006 / © Margret Middell; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Margret Middell: o. T. (Die Welle), 2006 / © Margret Middell; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Margret Middell: o. T. (Die Welle), 2006 / © Margret Middell; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Margret Middell: o. T. (Die Welle), 2006 / © Margret Middell; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Margret Middell: o. T. (Die Welle), 2006 / © Margret Middell; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Margret Middell: o. T. (Die Welle), 2006 / © Margret Middell; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Margret Middell: o. T. (Die Welle), 2006 / © Margret Middell; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

  • Margret Middell: o. T. (Die Welle), 2006 / © Margret Middell; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

    Margret Middell: o. T. (Die Welle), 2006 / © Margret Middell; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2012)

Wie ihre Lehrer an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, die Bildhauer Heinrich Drake, Waldemar Grzimek und Ludwig Engelhardt, ist die Bildhauerin und Grafikerin Margret Middell, geboren 1940 in Marienwerder/Westpreußen, in ihrem Werk immer der Gegenständlichkeit treu geblieben. Auch mit der 2006 für den Neubau des Thünen-Instituts für Ostseefischerei am Fischereihafen in Rostock-Marienehe entstandenen „Welle“ vertritt die Künstlerin eine im Sinne des klassischen Werkbegriffs traditionelle bildhauerische Auffassung.
Mit dem Ansteigen, Sich-Winden und Zurückschwingen der Welle vermittelt die Plastik den Eindruck großer Dynamik. Gleichzeitig weist ihre Schleifenform Tendenzen zu Geschlossenheit und in sich ruhende Silhouettenwirkungen auf, die klassischen Kunstidealen folgen. Die auf dem Vorplatz des Instituts aufgestellte Arbeit lässt sich nicht auf eine Ansicht festlegen. Von wo aus auch immer sie betrachtet wird, offenbart sie die Absicht und das Potential, den Blick anzuziehen, weiterzuleiten und ihn in Bewegung zu halten. Es ist eine allansichtige, freistehende Plastik, die sich mit ihren autonomen Anlagen gut in den gebauten Kontext einfügt. Ihre horizontale Ausrichtung schafft zur Vertikalorientierung des fünfgeschossigen Gebäudes einen Ausgleich und fungiert als Mittler zwischen dem Baukörper und dem davor stehenden Betrachter. Gleichzeitig erzeugt sie – links neben dem Eingang stehend – auch eine einladende Atmosphäre. Psychologisch wirksam wird dabei die sanft geschwungene Schönheit eines geradlinigen Bandes, das sich so weder in der Natur noch in der hier gegebenen Architektur wiederfindet. Die durch Biegung entstehende und als Artefakt sichtbar gemachte Anmutung setzt sich dezidiert vom Gebäude ab, sowohl von dessen Gesamttektonik als auch von den quadratischen Sandsteinplatten des zurückgesetzten Hauptbaukörpers und der feinstrukturierten Metall-/Glasfassade der herausgerückten Eingangsseite.
Der Beauftragung von Margret Middell ging ein zweistufiger Kunst-am-Bau-Wettbewerb voraus. Die zweite Wettbewerbsstufe mit drei Teilnehmern der ersten Stufe und drei neu hinzugeladenen Künstlern (darunter Margret Middell) wurde durchgeführt, weil kein Entwurf der ersten Stufe zur Realisierung empfohlen wurde. MS/JS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel / Johannes Stahl (Autoren), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes von 1980 bis 2010. BBSR-Online-Publikation 13/2014, Bonn, Dezember 2014.


Freiplastik / Skulptur
Bronze
ca. 120 x 380 x 90 cm
41.000 €
Wettbewerb

Thünen-Institut für Ostseefischerei
Eingangsbereich
öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstlerin : Margret Middell

Margret Middell, geboren 1940 in Marienwerder/Westpreußen, ist eine Bildende Künstlerin und Grafikerin. Sie studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Heinrich Drake, Waldemar Grzimek und Ludwig Engelhardt. Middell wurde 1967 mit dem Kunstpreis des Deutschen Turn- und Sportbundes, 1969 mit dem Will-Lammert-Preis und 1986 mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Sie hat zahlreiche Werke im öffentlichen Raum realisiert, unter anderem 1985/86 die Bronzereliefs „Die Würde und Schönheit freier Menschen“ für das Berliner Marx-Engels-Forum.

Thünen-Institut für Ostseefischerei

Bauzeit: 2003-2006

Thünen-Institut für Ostseefischerei
Alter Hafen Süd 2
18069 Rostock
Mecklenburg-Vorpommern

1953 als Institut für Hochseefischerei und Verarbeitungstechnik (IfH) in Rostock gegründet, zentrale Forschungseinrichtung für die Fischwirtschaft und Hochseefischerei der DDR; seit 1992 BFAFi-Institut für Ostseefischerei, seit 2008 Johann Heinrich von Thünen-Institut