Chili Martina Seitz : Funken 2012

  • Chili Martina Seitz: Funken, 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2013)

    Chili Martina Seitz: Funken, 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2013)

  • Chili Martina Seitz: Funken, 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2015)

    Chili Martina Seitz: Funken, 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2015)

  • Chili Martina Seitz: Funken, 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2013)

    Chili Martina Seitz: Funken, 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2013)

  • Chili Martina Seitz: Funken, 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2013)

    Chili Martina Seitz: Funken, 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2013)

  • Chili Martina Seitz: Funken, 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2013)

    Chili Martina Seitz: Funken, 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2013)

  • Chili Martina Seitz: Funken, 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2015)

    Chili Martina Seitz: Funken, 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2015)

  • Chili Martina Seitz: Funken, 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2015)

    Chili Martina Seitz: Funken, 2012 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Cordia Schlegelmilch (2015)

Die Kunst am Laborneubau der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung im Zweigbereich Berlin-Adlershof geht auf einen Wettbewerb zurück, der speziell für Studierende an deutschen Kunsthochschulen ausgeschrieben war. Kunststudenten ab dem fünften Fachsemester waren eingeladen, sich mit den spezifischen Anforderungen der Kunst am Bau auseinanderzusetzen: mit Fragen der formalen und/oder inhaltlich-thematischen Standortbezogenheit, mit den Anforderungen des Zusammenspiels von künstlerischem und architektonischem Entwurf und mit Problemen hinsichtlich der Realisierbarkeit und etwaiger technischer Belange.
Konkret ging es darum, für den Außenbereich und die Südfassaden des von kleyer.koblitz.letzel.freivogel architekten entworfenen, mäanderförmigen Neubaus einen künstlerischen Beitrag zu entwickeln. In der ersten anonymen und offenen Wettbewerbsphase reichten nach 57 Anmeldungen 18 Kunststudenten Entwurfsideen ein, wovon zehn durch das Preisgericht ausgewählt und für die Weiterbearbeitung in der zweiten Wettbewerbsstufe empfohlen wurden.
Im Ergebnis konnte am Standort Südfassade mit Katrin Agnes Klar eine Studentin der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe eine Glasgestaltung realisieren. Chili Martina Seitz, damals noch Studentin der Muthesius Kunsthochschule Kiel, überzeugte mit ihrem Vorschlag, auf dem sich zwischen dem Laborneubau und den beiden Bestandsbauten aus den späten achtziger Jahren erstreckenden Campusplatz drei bunte, sechs Meter hohen Plastiken aufzustellen. Die mit gelben, grünen und roten Autolacken überzogenen Güsse aus Glasfaserkunststoff sind organisch geformt, strahlenförmig verästelt und in die Platten des Bodens beziehungsweise in einen der orthogonalen Pflanzstreifen mit Gräsern und Stauden eingelassen und erzeugen – in dieser Umgebung und auch in der Nachbarschaft einer am Rand des Campus stehenden Eiche – einen pflanzenhaften Eindruck. Tatsächlich aber handelt es sich weder um abstrahierte und farblich verfremdete Pflanzen, noch um gänzlich aus der Phantasie oder formalen Überlegungen geschöpfte Gebilde. Die Formen leiten sich vielmehr von Funkenbildern her, die bei der zur Werkstoffprüfung angewandten Funkenprobe entstehen. Wer – im Unterschied zu den Mitarbeitern der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung – mit dieser Methode und deren visuellen Erscheinungsformen nicht vertraut ist, sieht und empfindet in jedem Fall den anregenden und kontrapunktisch belebenden Gegensatz, den die surreal anmutenden Werke einerseits zur strengen Architektur, andererseits zur Natürlichkeit der neuen und alten Begrünung eingehen. MS

Weiterführende Literatur Online:
Martin Seidel (Autor), BMVBS (Hrsg.): Dokumentation von 50 Kunst-am-Bau-Werken, BMVBS-Online-Publikation 05/2013.

Weiterführende Literatur:
Kunst am Bau. Projekte des Bundes 2006-2013, hrsg. v. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Berlin 2014.


Freiplastik / Skulptur
Glasfaserverstärkter, lackierter Kunststoff
Höhe 6 m
55.000 €
offener Wettbewerb

Laborgebäude
Außenbereich
öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstlerin : Chili Martina Seitz

Chili Martina Seitz (geboren 1977 in Miltenberg) ist Bühnen- und Kostümbildnerin und Künstlerin. 2005-2012 studierte sie an der Muthesius Kunsthochschule Kiel, zunächst Bildhauerei bei Elisabeth Wagner und dann Medienkunst bei Arnold Dreyblatt. Seitz‘ Arbeiten waren mehrfach in Ausstellungen zu sehen. Zudem erhielt sie für ihr Schaffen mehrere Preise und Stipendien, u. a. 2011 ein Arbeitsstipendium des Landeskulturverbands Schleswig-Holstein in Kooperation mit dem Kunstraum B in Kiel und 2012 den Muthesius Preis für Kunst, Raum und Design. Kunst im öffentlichen Raum und Kunst am Bau konnte sie u. a. für den Schleswig-Holsteinischen Landtag in Kiel, für den Senat Berlin und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin realisieren.

Laborgebäude Berlin

Laborgebäude

Architektur: kleyer.koblitz.letzel.freivogel Architekten
Bauzeit: 2006-2012

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Richard-Willstätter-Straße 11
12489 Berlin