Hans Wimmer: Fünf Erdteile 1957

  • Hans  Wimmer: Fünf Erdteile, 1957 / © Hans  Wimmer; Fotonachweis: BBR / Anja Schlamann (2010)

    Hans Wimmer: Fünf Erdteile, 1957 / © Hans Wimmer; Fotonachweis: BBR / Anja Schlamann (2010)

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    Hans Wimmer: Fünf Erdteile, 1957 / © Hans Wimmer; Fotonachweis: BBR / Anja Schlamann (2010)

  • Hans  Wimmer: Fünf Erdteile, 1957 / © Hans  Wimmer; Fotonachweis: BBR / Anja Schlamann (2010)

    Hans Wimmer: Fünf Erdteile, 1957 / © Hans Wimmer; Fotonachweis: BBR / Anja Schlamann (2010)

  • Hans  Wimmer: Fünf Erdteile, 1957 / © Hans  Wimmer; Fotonachweis: BBR / Anja Schlamann (2010)

    Hans Wimmer: Fünf Erdteile, 1957 / © Hans Wimmer; Fotonachweis: BBR / Anja Schlamann (2010)

  • Hans  Wimmer: Fünf Erdteile, 1957 / © Hans  Wimmer; Fotonachweis: BBR / Anja Schlamann (2010)

    Hans Wimmer: Fünf Erdteile, 1957 / © Hans Wimmer; Fotonachweis: BBR / Anja Schlamann (2010)

  • Hans  Wimmer: Fünf Erdteile, 1957 / © Hans  Wimmer; Fotonachweis: BBR / Anja Schlamann (2010)

    Hans Wimmer: Fünf Erdteile, 1957 / © Hans Wimmer; Fotonachweis: BBR / Anja Schlamann (2010)

Das 1954 fertiggestellte Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen am Bonner Rheinufer war der erste Ministeriumsneubau der neuen Hauptstadt Bonn. Der Architekt Josef Trimborn schuf einen drei- bzw. fünfgeschossigen, vierflügeligen und in sich geschlossenen Komplex auf quadratischem Grundriss. Die schlichte Erscheinung wird einzig durchbrochen durch das hohe, auf schlanken Stützen ruhende Eingangsdach zur Straße hin, das einen repräsentativen Charakter zum Ausdruck bringt. Damit ist der Bau ein typisches Beispiel für die frühen Bonner Hauptstadtbauten, in deren schlichter und bescheidener Erscheinung der provisorische Charakter der Hauptstadt Bonn ebenso zum Ausdruck kommt wie das demokratische Selbstverständnis der jungen Bundesrepublik im Gegensatz zum Machtanspruch der Nationalsozialisten. Während für den Innenbereich der Künstler Charles Crodel die Säulen der Kantine mit graviertem Glas und goldener Farbe gestaltete und damit eher ausschmückend arbeitete, realisierte der Bildhauer Hans Wimmer (1907-1992) zwei Außenarbeiten. Zum einen fertigte er das Wappen an der Fassade zur Adenauerallee, das den Eingang und die hoheitliche Aufgabe des Ministeriums betont. Zum anderen gestaltete er fünf Bronzefiguren an der rheinseitigen Stirnwand des Vortragssaales, die in enger Zusammenarbeit mit dem Architekten entstanden. Die Fassade ist hier aus Backstein, der durch eine Bänderung aus dem für die Region typischen Basalt strukturiert ist. Die fünf naturalistisch-reduziert dargestellten Tiere aus Bronze sind auf Metallstreben befestigt. Es sind Stier, Adler, Elefant, Löwe und Känguru, die die fünf Kontinente symbolisieren und damit die Aufgabe des Post- und Fernmeldeministeriums thematisieren, Deutschland mit der Welt durch Kommunikation zu verbinden. Die Tiere von Wimmer thronen weit oben und sind trotz ihrer geringen Größe auf die Fernwirkung vom Rhein ausgerichtet, was ob des Themas sinnfällig scheint. Der Münchner Bildhauer, der viele Arbeiten im öffentlichen Raum realisierte und vor allem für seine Tierdarstellungen bekannt ist, blieb in seinem Werk der naturalistischen Darstellung verbunden. Ähnlich wie sein Bildhauerkollege und Freund Gerhard Marcks, dessen „Soldanelle“ im Innenhof desselben Gebäudes Aufstellung fand, widersetzte er sich damit den abstrakten Tendenzen in der deutschen Bildhauerei nach 1945. SvM

Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin (Autoren), BMVBS (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950. BMVBS-Online-Publikation 25/2012.


Fassadenarbeit
Bronze
Stier (Europa), 57 x 77 x 26 cm; Adler (Amerika), Höhe 40 cm; Elefant (Asien), 67 x 80 x 46 cm; Löwe (Afrika), 81 x 68 x 32 cm; Känguru (Australien), 91 x 57 x 30 cm
Direktvergabe

Bundesrechnungshof
Rheinseitige Außenwand der heutigen Bibliothek (ehem. Konferenzraum)
öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler: Hans Wimmer

Hans Wimmer (1907 Pfarrkirchen - 1992 München) war ein deutscher Bildhauer. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und war Professor für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Wimmer nahm als Vertreter der gegenständlichen Kunst unter anderem an der ersten documenta in Kassel (1955), an der Biennale in Venedig (1958) und der Weltausstellung in Montreal/Kanada (1967) teil. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Orden „Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste“ (1966) und den „Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst“ (1986). Zu seinen Werken im öffentlichen Raum gehören der Richard-Strauss-Brunnen in München (1962), das Mahnmal für die Opfer der Konzentrationslager in der Paulskirche in Frankfurt a. Main (1964), die Krieger-Ehrenmale in Catania/Italien (1965) und auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz (1972) sowie das „Trojanische Pferd“ im Skulpturenpark München (1977).

Bundesrechnungshof

Architektur: Josef Trimborn
Bauzeit: 1953-54

Bundesrechnungshof
Adenauerallee 81-83
53113 Bonn
Nordrhein-Westfalen

Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen (1954-1988), Auswärtiges Amt (1988-2000), seit 2000 vom Bundesrechnungshof genutzt

Weitere Kunstwerke: Bundesrechnungshof, Bonn

Weitere Kunstwerke: Wimmer, Hans