Irene Thonke: Frühling, Sommer, Herbst, Winter 1959

  • Irene Thonke: Frühling, Sommer, Herbst, Winter, 1959 / © Irene Thonke; Fotonachweis: BBR / Max Krajewsky (1958)

    Irene Thonke: Frühling, Sommer, Herbst, Winter, 1959 / © Irene Thonke; Fotonachweis: BBR / Max Krajewsky (1958)

  • Irene Thonke: Frühling, Sommer, Herbst, Winter, 1959 / © Irene Thonke; Fotonachweis: BBR Archiv (1959)

    Irene Thonke: Frühling, Sommer, Herbst, Winter, 1959 / © Irene Thonke; Fotonachweis: BBR Archiv (1959)

  • Irene Thonke: Frühling, Sommer, Herbst, Winter, 1959 / © Irene Thonke; Fotonachweis: BBR Archiv (1959)

    Irene Thonke: Frühling, Sommer, Herbst, Winter, 1959 / © Irene Thonke; Fotonachweis: BBR Archiv (1959)

  • Irene Thonke: Frühling, Sommer, Herbst, Winter, 1959 / © Irene Thonke; Fotonachweis: BBR Archiv (1959)

    Irene Thonke: Frühling, Sommer, Herbst, Winter, 1959 / © Irene Thonke; Fotonachweis: BBR Archiv (1959)

  • Irene Thonke: Frühling, Sommer, Herbst, Winter, 1959 / © Irene Thonke; Fotonachweis: BBR Archiv (1959)

    Irene Thonke: Frühling, Sommer, Herbst, Winter, 1959 / © Irene Thonke; Fotonachweis: BBR Archiv (1959)

  • Irene Thonke: Frühling, Sommer, Herbst, Winter, 1959 / © Irene Thonke; Fotonachweis: BBR Archiv (1959)

    Irene Thonke: Frühling, Sommer, Herbst, Winter, 1959 / © Irene Thonke; Fotonachweis: BBR Archiv (1959)

Unweit des Verkehrsknotenpunktes „Großer Stern“ im Berliner Bezirk Mitte-Tiergarten liegt am Spreeufer das Schloss Bellevue als Sitz des Bundespräsidenten. Philipp Daniel Boumann errichtete im späten 18. Jahrhundert den klassizistischen Ursprungsbau, der am Ende der 1930er Jahre mehrere An- und Umbauten unter Paul Baumgarten erfuhr. Massive Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg machten erhebliche Restaurierungen und Ergänzungen notwendig, so dass nur das Äußere des Schlosses inklusive der Fassaden sowie der minderbeschädigte ovale Festsaal von Architekt Carl Gotthard Langhans erhalten und denkmalgerecht wiederhergestellt werden konnten. Das Interieur wurde der neuen Bestimmung gemäß mit Arbeits- und Repräsentationsräumen in modernen Formen umgestaltet. Aus ursprünglich vier kleineren Sälen entstand in der Beletage der große Speise- bzw. Festsaal mit vergoldeter Stuckdecke und Parkettfußboden im Schachbrettmuster. Neben farbigen Seidenvorhängen und zwei großen Glaslüstern schmückten den Raum die vier hochformatigen Gobelins von Irene Thonke (1916–2002), die von Bundespräsident Theodor Heuss bzw. der Bundesbaudirektion in Auftrag gegeben worden waren. Thonkes Wandteppiche wurden der schlichten Moderne der Innenraumgestaltung entgegengesetzt und bildeten gleichzeitig ein optisches Gegengewicht zu den Fensteröffnungen. Jede der Einzelarbeiten, die farblich in den Haupttönen Beige, Rot, Gold und Blau aufeinander abgestimmt sind und mit der Goldfassung der Saaldecke harmonierten, repräsentiert eine Jahreszeit. Im Mittelpunkt stehen dabei jeweils lebensgroße figürliche Darstellungen mit internationalen folkloristischen Anklängen und veranschaulichen mithilfe ihrer Attribute saisonale Besonderheiten wie Blüte oder Ernte. Die Gobelins fanden im Schloss Bellevue ihre thematische Entsprechung in den ebenfalls nach Jahreszeiten gestalteten Porzellanwandleuchten in der Treppenhalle sowie technisch in den dort aufgehängten historischen Wandteppichen aus dem 17. Jahrhundert. AL

Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin / Anna-Sophie Laug / Lisa Kreft (Autoren), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.): Kurzdokumentation von 150 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950, BBSR-Online-Publikation 02/2019, März 2019.

Weiterführende Literatur:
Korn, Wilhelm, Wandbilder aus Tausenden von Fäden, in: Unser Bayern. Heimatbeilage der bayerischen Staatszeitung, Jg. 9, 1960, Nr. 6, S. 44–46 und Abb. S. 47.
Mertz, Schloß Bellevue. Ausbau als Berliner Sitz des Bundespräsidenten, in: Die Bauverwaltung. Zeitschrift für behördliches Bauwesen, Jg. 8, 1959, Nr. 8, S. 343–352.
Kübler, Andreas, Chronik Bau und Raum, Tübingen 2007.


Teppich / Tapisserie
Gobelin
ca. 180 x 400 cm
Direktvergabe

Schloss Bellevue
ehem. großer Sitzungs-/Speisesaal
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar
Kunstwerk ist zurzeit eingelagert

Künstlerin : Irene Thonke

Irene Thonke, geboren 1916 in Berlin, war eine Gobelinweberin und Malerin, die bis zu ihrem Tod im Jahr 2002 in Zingst lebte. Ihr künstlerisches Schaffen begann mit einem Studium an der Meisterschule des Deutschen Handwerks in Berlin. Bereits 1937 richtete sie ihre eigene Werkstatt in Berlin ein, die sie bis etwa 1960 führte. Sie war Professorin für Weben und Stoffherstellung an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin-Weißensee fort. Ende der 1960er Jahre gab sie ihre künstlerische Tätigkeit auf und siedelte 1975 in die DDR über. Thonke war nicht nur in der Lehre aktiv. 1949 fand beispielsweise eine Einzelausstellung in der Galerie Henning in Halle an der Saale statt. Sie war an Ausstellungen u.a. im Kunstgewerbemuseum in Zürich (1943), die Landesgewerbeanstalt Stuttgart (1956) und die Berliner Kunstausstellung in Hamburg (1957) beteiligt. 

Sie wurde mehrfach mit Kunst am Bau Arbeiten beauftragt. So gestaltete Thonke einen ungegenständlichen Wandbehang für den Senatssitzungssaal der Technischen Universität Berlin und schuf um 1956 einen beeindruckenden Wandteppich für die Evangelische Studentengemeinde in Hannover. Sie entwarf Vorhänge für die Glaswände der Feierhallen auf dem Waldfriedhof Zehlendorf (um 1958) und eine Arbeit für Deutsche Botschaft Ottawa (1960). 

Schloss Bellevue

Architektur: Michael Philipp Boumann
Bauzeit: 1785-1786

Bundespräsidialamt
Spreeweg 1
10557 Berlin

Das Schloss wurde 1785/1786 von Michael Philipp Boumann als Sommerresidenz für Prinz August Ferdinand von Preußen erbaut. Nach schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde es 1955-1959 originalgetreu wiederaufgebaut. Seit 1994 ist es erster Amtssitz des Bundespräsidenten.

Weitere Kunstwerke: Bundespräsidialamt, Berlin