Fritz Fuchs: Farbgestaltung 1999
Zwischen 1992 und 1994 wurden drei Institute der Max-Planck-Gesellschaft neu gegründet, das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, das Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie sowie das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik. Die Ansiedlung erfolgte auf dem Gelände des Wissenschaftsparks Golm in unmittelbarer Nähe zur Universität Potsdam. Das Architekturbüro Ermel Horinek Weber ASPLAN, Kaiserslautern, entwarf die Architektur für die drei eigenständigen Institutsneubauten, den Zentralbau mit Verwaltung, Cafeteria, Hörsälen, Werkstätten und Lager sowie das Gästehaus. Abgeleitet aus der jeweiligen Nutzung wurden die Fassaden der zwei- bis viergeschossigen Baukörper partiell durch Metallfassaden verkleidet. Charakteristisch für das Erscheinungsbild der Institutsbauten sind die vorgelagerten Flucht- und Putzbalkone, die in einer leichten, teilweise farbig akzentuierten Stahlkonstruktion erstellt wurden. Das Farbkonzept für die fünf Gebäude entwickelte der in Schweden beheimatete Farbgestalter Fritz Fuchs. Während die Farbe am Metallgitter der Balkone die Funktion des Korrosionsschutzes erfüllt, hat sie flächendeckend auf Wände aufgebracht die Aufgabe, dem architektonischen Raum einen lebendigen, charakteristischen Ausdruck zu verleihen. Die unterschiedlichen Farbklänge entstanden aus polychromen, transparent gearbeiteten Farblasuren. In den Fluren herrscht jeweils eine Grundfarbe vor, im Foyer und am verputzten Schachtgerüst der Außenaufzüge fließen die Farben gelb-orange-rot-blau oder gelb-grün-blau ineinander. „Bunte Farben sind in der natürlichen Welt das Medium, das unser Bild von der Natur am wesentlichsten prägt. … Durch Farbe entsteht ein Erlebnis im Inneren, durch den äußeren Eindruck der die menschliche Tätigkeit und sein Verhalten positiv unterstützt“ äußert sich Fuchs zu seinem gestalterischen Ansatz. Seit fünf Jahrzehnte erforscht er auf der Grundlage der Kunst- und Farbenlehre Rudolf Steiners die Qualitäten und Erlebnispotentiale von Farben. CM
Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin / Anna-Sophie Laug / Lisa Kreft (Autoren), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.): Kurzdokumentation von 150 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950, BBSR-Online-Publikation 02/2019, März 2019.
Weiterführende Literatur:
Broschüre der Max-Planck-Gesellschaft (Hg.), Max-Planck-Campus in Golm bei Potsdam, München, o.J.
Wandarbeit
Farblasur auf Wänden
Zentralbau
Innen und außen an allen 5 Gebäuden
öffentlich zugänglich/einsehbar
Künstler : Fritz Fuchs
Der Farbgestalter Fritz Fuchs (*1937 in Järna/Schweden) hat sich für sein malerisches Werk intensiv mit den Gedanken von Rudolf Steiner zur Farbe in der Architektur auseinandergesetzt. In vier Jahrzehnten schuf er ein vielseitiges Werk mit rund 250 Projekten in über zehn europäischen Ländern. Kunst am Bau hat er in Deutschland in den 1980er Jahren für die ehemalige Landeszentralbank in Saarlouis realisiert und 1999 für den Max-Planck-Campus in Potsdam-Golm.
Zentralbau Potsdam-Golm
Architektur: Ermel Horinek Weber Asplan Arch
Bauzeit: 1996-1999
Max-Planck-Campus
Am Mühlenberg 1
14476 Potsdam-Golm
Brandenburg
Das Max-Planck-Campus wurde 1999 fertiggestellt und das Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie (MPI-MP) zog gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung und dem Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in die neuen Gebäude ein. Die drei Institute teilen sich ein Zentralgebäude mit einem Hörsaal, Seminarräumen, Verwaltungsbüros und der Cafeteria, sind ansonsten aber vollkommen unabhängig voneinander.