Hermann Glöckner: Durchbruch 1992

  • Hermann Glöckner: Durchbruch, 1992 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Hermann Glöckner: Durchbruch, 1992 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Hermann Glöckner: Durchbruch, 1992 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Hermann Glöckner: Durchbruch, 1992 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Hermann Glöckner: Durchbruch, 1992 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Hermann Glöckner: Durchbruch, 1992 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Hermann Glöckner: Durchbruch, 1992 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Hermann Glöckner: Durchbruch, 1992 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

  • Hermann Glöckner: Durchbruch, 1992 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

    Hermann Glöckner: Durchbruch, 1992 / © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotonachweis: BBR / Werner Huthmacher (2011)

Die Plastik „Durchbruch“ von Hermann Glöckner steht zwischen dem ehemaligen Bundeshaus und dem Plenarsaal, die heute Teil des neu eingerichteten UN-Campus bzw. des World Conference Center Bonn sind. Das Bundeshaus ist das früheste architektonische Zeugnis der Bundeshauptstadt Bonn: Schon 1948 ließ die Stadt die ehemalige Pädagogische Akademie durch den Architekten Hans Schwippert zum Bundeshaus umbauen und mit Neubauten ergänzen, sodass dort Bundesrat und Bundestag untergebracht wurden. Der Plenarsaal, von Günter Behnisch bis 1992 errichtet, markiert wiederum den Endpunkt der Hauptstadt: Schon 1991 war der Umzug nach Berlin besiegelt. Nur wenige Jahre zuvor, 1986, fiel der Entschluss, einen neuen Plenarsaal zu bauen, 1988 war Baubeginn. Der 1990 einberufene Kunstbeirat hatte ursprünglich die Aufgabe, mit der Wahl der Künstler für die Kunst am Bau der politischen Wichtigkeit des neuen Plenarsaals gerecht zu werden. Die Entscheidung fiel auf internationale Persönlichkeiten wie Nicola de Maria, Sam Francis und Mark di Suvero. Aus Deutschland waren es zum einen Rebecca Horn und Olaf Metzel als zeitgenössische Positionen und Joseph Beuys sowie der in Dresden lebende Hermann Glöckner als zentrale Vertreter der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Ursprünge für Glöckners bildhauerisches Sprache lagen im russischen Konstruktivismus der 1930er-Jahre; in nationalsozialistischer Zeit wie in der frühen DDR standen seine künstlerische Position konträr zur Staatsästhetik, sodass ihm erst im hohen Lebensalter Anerkennung für sein Werk zuteil wurde. Für Bonn wurde eine großformatige Stahlplastik nach einem bereits von 1935 stammenden Entwurf realisiert, für die noch zu Glöckners Lebzeiten ein Modell in vergrößertem Maßstab angefertigt wurde. Zwei schräg aufgestellte, mehrere Meter hohe dreieckige Platten aus Cortenstahl sind derart ineinandergeschoben, dass sie sich zu durchdringen scheinen, daher auch der Titel „Durchbruch“. Die klare Formensprache der Arbeit knüpft an die Tradition der 1920er Jahre an und steht somit im besten Einklang mit der sachlichen Architektur der 1930-1933 nach Plänen von Martin Witte errichteten ehemaligen Pädagogischen Akademie, die später zum Bundeshaus wurde. Die nachträgliche Aufstellung vor einem so wichtigen Bau kann als Hommage an einen verdienten Künstler verstanden werden, dem lange Zeit die offizielle Anerkennung versagt blieb. Durch den Fall der Mauer bekam die Arbeit eine zusätzliche symbolische Qualität, die für die Auswahl durch den Kunstbeirat wichtig war und bis heute wesentlich zur Bekanntheit der Arbeit beiträgt - auch wenn sie vom Künstler so nie intendiert war. AS/CvM

Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin (Autoren), BMVBS (Hrsg.): Kurzdokumentation von 200 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950. BMVBS-Online-Publikation 25/2012.

Weiterführende Literatur:
Claudia Büttner (Autorin), BMVBS (Hrsg.): Geschichte der Kunst am Bau in Deutschland, BMVBS-Online-Publikation, Berlin 2011.


Freiplastik / Skulptur
Cortenstahl
520 x 374 x 675 cm
114.887 €
Direktvergabe

World Conference Center Bonn
Außenanlage vor dem Bundesratsgebäude
öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler: Hermann Glöckner

Hermann Glöckner (1889 Dresden - 1987 Berlin) war ein deutscher Maler und Bildhauer. Er studierte an der Kunstgewerbeschule und der Kunstakademie in Dresden und schuf in den 1930er-Jahren zunächst konstruktivistische Sgrafitti, später auch plastische Arbeiten und Collagen. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ verfemt, lebte und arbeitete er nach dem Zweiten Weltkriegt in der DDR, wo ihm allerdings wegen seines Festhaltens am Konstruktivismus und an der Abstraktion lange entsprechende Anerkennung versagt blieb. In seinen letzten Lebensjahren konnte er auch in West-Berlin ausstellen und reisen. Zudem erhielt er einige Auszeichnungen seitens der DDR, u. a. 1983 die Hans-Grundig-Medaille und 1984 den Nationalpreis der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur.

 

 

World Conference Center Bonn

Architektur: Behnisch & Partner, Stuttgart
Bauzeit: 1988-92

World Conference Center Bonn
Platz der Vereinten Nationen 2
53113 Bonn
Nordrhein-Westfalen

Der 1988-92 als Ersatz für den alten Plenarsaal von Hans Schwippert errichtete Bau wurde bis 2000 als Plenarsaal für den Deutschen Bundestag genutzt. Seit der Übergabe an die Stadt Bonn dient er als Kongresszentrum, das heute als World Conference Center Bonn (WCCB) firmiert.