Karl Hillert: Die Geschichte der Mathematik 1970

  • Karl Hillert: Die Geschichte der Mathematik, 1970 / © Karl Hillert; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

    Karl Hillert: Die Geschichte der Mathematik, 1970 / © Karl Hillert; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

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    Karl Hillert: Die Geschichte der Mathematik, 1970 / © Karl Hillert; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

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    Karl Hillert: Die Geschichte der Mathematik, 1970 / © Karl Hillert; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

  • Karl Hillert: Die Geschichte der Mathematik, 1970 / © Karl Hillert; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

    Karl Hillert: Die Geschichte der Mathematik, 1970 / © Karl Hillert; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

  • Karl Hillert: Die Geschichte der Mathematik, 1970 / © Karl Hillert; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

    Karl Hillert: Die Geschichte der Mathematik, 1970 / © Karl Hillert; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

  • Karl Hillert: Die Geschichte der Mathematik, 1970 / © Karl Hillert; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

    Karl Hillert: Die Geschichte der Mathematik, 1970 / © Karl Hillert; Fotonachweis: BBR / Bernd Hiepe (2011)

Als einer der zentralen Plätze der Hauptstadt der DDR wurde unter der Ägide des Chefarchitekten Joachim Näther in den 1960er-Jahren die Gesamtanlage des Alexanderplatzes in Ost-Berlin gestaltet, die gleichzeitig als Vorzeigeprojekt und als Lösung der dort herrschenden Verkehrsprobleme dienen sollte. Die Silhouette des „Alex“ wird noch heute von mehreren Hochhäusern beherrscht, zu denen auch das „Haus der Statistik“ zählt. Es wurde vom Amt für Statistik der DDR genutzt und bestand aus drei Gebäuden und einem Flachbau aus der Feder der Architekten Manfred Hörner, Peter Senf und Uwe Clasen. Der dem eigentlichen „Haus der Statistik“ vorgelagerte zweigeschossige Flachbau wurde in Skelettbauweise mit langgestreckten Fensterfeldern errichtet und durch den VEB „Maschinelles Rechnen“ samt Großrechenanlage betrieben.
Der Auftrag für Kunst am Bau erging an Heinz Worner (1910-2008), der für die Gestaltung Karl Hillert (1927-2004) und Harry Lüttger (1919-2005) hinzuzog. Für den künstlerischen Entwurf war maßgeblich Karl Hillert verantwortlich. Die fünfteilige Bauplastik „Die Geschichte der Mathematik“ befand sich ebenerdig vor dem Bauwerk, wobei die oberen Partien der quadratisch gehaltenen Elemente bis in den Fensterbereich ragten. Im Mittelpunkt steht – als Maß aller Dinge und in loser Anlehnung an Leonardo da Vincis Darstellung – der Mensch. Zu seinen Seiten sind zwei Elemente mit kleinteiligen Bronzeplatten aufgestellt, die Persönlichkeiten und Errungenschaften der Mathematik mit einem Akzent auf Rechenmaschinen von den Anfängen bis zur Gegenwart bzw. Zukunft abbilden. An den Außenseiten veranschaulichen zwei Bauplastiken mit „Hyperbelkonstruktion“ und „Anreißkonstruktion am Dreieck“ mathematische Theorien. Die fünfteilige Arbeit entspricht mit ihrer Darstellung von Historie und geometrischen Verfahren dem häufig edukativen Charakter der Kunst am Bau der DDR. Aufgrund des drohenden Abrisses des Gebäudekomplexes des „Hauses der Statistik“ wurde „Die Geschichte der Mathematik“ 2008 als Dauerleihgabe in das Bundesministerium für Arbeit und Soziales verbracht. AL

Weiterführende Literatur Online:
Anne Schmedding / Constanze von Marlin / Anna-Sophie Laug / Lisa Kreft (Autoren), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.): Kurzdokumentation von 150 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950, BBSR-Online-Publikation 02/2019, März 2019.


Relief / Plastik
verschiedene Metalle, Glas
je 260 x 260 cm
Direktvergabe

Hauptbau (ehem. Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda)
Nordfassade
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstler: Karl Hillert

Karl Hillert (1927 Berlin - 2004 Berlin) war Bildhauer und Grafiker. Von 1949 bis 1955 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste Berlin bei den Professoren Alexander Gonda, Hans Uhlmann und Renée Sintenis. 1954–55 war er Meisterschüler bei Sintenis. Ab 1955 war er als freischaffender Künstler tätig, später Dozent an der Betriebsakademie der polygrafischen Industrie (1959-60). Rufe an die Hochschule der Künste Berlin wurden von der DDR vereitelt. 1990 erhielt er eine Gastprofessur an der HdK Berlin. Er war Mitglied des VBK DDR und des BBK Berlin und hatte  Einzelausstellungen in Berlin (1982 und 1988) sowie zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen in Berlin, Warschau (1975), Prag (1976) und Bukarest (1978). Als Kunst im öffentlichen Raum schuf er z. B. die Skulptur „Daphne“ in Berlin-Köpenick (1995).

Hauptbau (ehem. Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda)

Architektur: Karl Reichle
Bauzeit: 1934-1942

Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Wilhelmstraße 49
10117 Berlin

Der Gebäudekomplex wurde in den 1930er-Jahren für das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda errichtet; schwere Beschädigungen während des Zweiten Weltkrieges. Zu DDR-Zeiten als Medienministerium genutzt. Nach einer kurzen Zwischennutzung durch das Umweltbundesamt wurden die Bestandgebäude, zu denen auch das ehem. Hofbeamtenhaus und das sog. Kleisthaus gehören, 1997-2001 durch Kleihues + Kleihues Architekten für das BMAS saniert und um eine zentrale Eingangshalle erweitert.