realities:united : 90° - 8,4° 2020

  • realities:united: 90° - 8,4°, 2020 / Fotonachweis: BBR/Relja Ivanić (2020)

    realities:united: 90° - 8,4°, 2020 / Fotonachweis: BBR/Relja Ivanić (2020)

  • realities:united: 90° - 8,4°, 2020 / Fotonachweis: BBR/Relja Ivanić (2020)

    realities:united: 90° - 8,4°, 2020 / Fotonachweis: BBR/Relja Ivanić (2020)

  • realities:united: 90° - 8,4°, 2020 / Fotonachweis: BBR/Relja Ivanić (2020)

    realities:united: 90° - 8,4°, 2020 / Fotonachweis: BBR/Relja Ivanić (2020)

  • realities:united: 90° - 8,4°, 2020 / Fotonachweis: BBR/Relja Ivanić (2020)

    realities:united: 90° - 8,4°, 2020 / Fotonachweis: BBR/Relja Ivanić (2020)

  • realities:united: 90° - 8,4°, 2020 / Fotonachweis: BBR/Relja Ivanić (2020)

    realities:united: 90° - 8,4°, 2020 / Fotonachweis: BBR/Relja Ivanić (2020)

  • realities:united: 90° - 8,4°, 2020 / Fotonachweis: BBR/Relja Ivanić (2020)

    realities:united: 90° - 8,4°, 2020 / Fotonachweis: BBR/Relja Ivanić (2020)

In ihren hybriden und zumeist großmaßstäblichen Installationen beschäftigen sich Jan Edler und Tim Edler regelmäßig mit der Erweiterung und Transformation der gebauten Umwelt, wobei deren Rezeption durch den Menschen im Mittelpunkt steht. Deshalb haben die Brüder die Installation 90°-8,4° für den Eingangsbereich der Deutschen Botschaft in Belgrad konsequent aus der Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer konzipiert: Die Installation verbindet Foyer und erstes Obergeschoss mithilfe vier aufeinander bezogener farbiger Spiegel, zwischen denen je nach Standort flüchtige Blickbeziehungen entstehen und damit neue Aspekte des Raumes „aktiviert“ werden.
Jeweils zwei exakt parallel ausgerichtete runde Spiegel an Boden und Decke des Foyers konfrontieren dabei zwei quadratische Spiegel an gegenüberliegenden Wänden neben dem Eingang und im Obergeschoss. Ein wesentlicher Aspekt sind dabei die titelgebenden Winkelverhältnisse der Spiegel: Während die beiden runden Objekte horizontal ausgerichtet sind, wurden ihre quadratischen Gegenpole leicht geneigt montiert, sodass sich die beiden zwischen den Spiegeln aufspannenden Räume auf zwei gedachten Linien kreuzen, die um 8,4 Grad vom rechten Winkel abweichen. Auf diese Weise überbrückt das Ensemble die Höhendifferenz zwischen den Geschossen und erzeugt einen ephemeren virtuellen Raum, der in seiner spezifischen Form erlebbar wird, wenn sich mindestens eine Person zwischen den Spiegeloberflächen aufhält und in einen der vier Spiegel hineinblickt; je mehr Menschen anwesend sind, desto vielgestaltiger wird auch der abgebildete Raum.
Je nach Tageszeit und Lichteinfall verändert sich das hell-heitere Farbspektrum, das diese experimentelle Anordnung prägt. Es bildet einen Komplementär zu dem in weiß gehaltenen Gebäude (eine Referenz auf die ‚weiße‘ Stadt Belgrad). Wie im Kaleidoskop brechen sich in der Installation Flächen, Formen, Farben und gehen mit jeder Bewegung neue Konstellationen ein.

Ellen Blumenstein


Boden- / Wandarbeit
4 farbige Spiegel mit Metalleinfassungen
Wandspiegel EG und OG: jeweils 2,55m x 2,55m x 0,57m; Bodenspiegel und Deckenspiegel EG jeweils: 2,30m x 0,16m (Ø/H)
148.000 €
nicht-offener Wettbewerb nach Bewerbungsverfahren mit 10 Teilnehmern

Deutsche Botschaft Belgrad
Foyer Erdgeschoss und 1. Obergeschoss
nicht öffentlich zugänglich/einsehbar

Künstlergruppe : realities:united

Die Künstlergruppe realities:united wurde von Jan und Tim Edler gründet und versteht sich als “Studio für Kunst und Architektur”. Seit dem Jahr 2000 arbeiten die aus Köln stammenden Brüdern an der Initiierung und Realisierung von internationalen Kunst- und Hybridkunstinstallationen im architektonischen und urbanen Maßstab. Zu ihren bekanntesten Projekten gehören das Flußbad Berlin und die Medieninstallation am Kunsthaus Graz. Kunst am Bau im Auftrag des Bundes haben sie für das Futurium - Haus der Zukünfte in Berlin (2017) und für die Deutsche Botschaft in Belgrad (2020) realisiert.

Deutsche Botschaft Belgrad

Architektur: karlundp
Bauzeit: 2018-202

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Kneza Miloša 74-76
11000 Belgrad
Serbien

Das 1972 erbaute alte Botschaftsgebäude war nicht mehr erdbebensicher und zudem stark sanierungsbedürftig, sodass es ersetzt werden musste. Hierfür wurde 2009 ein Realisierungswettbewerb ausgelobt, den das Architekturbüro karlundp aus München für sich entschied. 2017 wurde mit dem Neubau begonnen und 2020 die Botschaft fertiggestellt und bezogen.